Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Kategorie: Erotisches (Seite 1 von 4)

Erotische Gedichte

Die Frau in Rot

Du stehst nur da, lasziv – ein Traum in Rot,
ich seufze lustvoll, sprach- und atemlos.
Gefährlich schaukelnd wie ein Ruderboot
wank ich zu dir und stottere: „Grandios –

durch dich wird all das ringsherum Spalier.
Ich möchte einfach nur in deiner Nähe sein,
und wenn es sein muss, auch als das Klavier,
an dem du lehnst – vielleicht auch als der Wein

im Glas, das du an deine Lippen hebst,
als Kleid, das sich an deinen Körper schmiegt,
der warme Untergrund auf dem du schwebst
und nicht zuletzt als Mann, der bei dir liegt.

Du lächelst: „Ich bin keine Standardfrau,
bin kein Pokal, den man besitzen kann,
kein Freiwild, kenne meinen Wert genau,
schenk mich nicht billig her an jedermann.

Komm her und setz dich zu mir ans Klavier.
Spiel mir ein Lied, das leis mein Herz berührt,
dann geh ich mit dir und ich zeige dir,
wie eine Frau von Welt und Stil verführt.“

Ich bin verwirrt und treff die Tasten nicht,
erröte wie das zauberhafte Kleid
an deinem schönen Leib. Mir im Gesicht
steht Panik, und ich sag: „Es tut mir leid.

Ich spiel, als wenn es um mein Leben geht,
doch wenn die Pumpe bis zum Halse pocht,
mir kalte Furcht wie Eis im Nacken steht,
und mir das Blut in meinen Adern kocht,

weil Du mit deinem wunderschönen Duft
verlockend nah und doch unnahbar bist,
dann irren meine Hände durch die Luft
und spielen irgendwie den letzten Mist.“

Du lachst und strahlst mich an mit einem Blick,
der mich die Welt um uns vergessen lässt.
Ich spür genau, jetzt gibt es kein Zurück.
Mein weißes Hemd ist schon vom Schweiß durchnässt.

Ich zieh dich an mich, und ich küsse dich,
als gäb es nach uns keine Tage mehr.
Du sträubst dich nur ein wenig. Anfänglich
kommt es mir vor, als sei da Gegenwehr.

Doch das ist alles nur ein kleines Spiel,
mit dem du mich fast in den Wahnsinn treibst.
Du schiebst dich an mich. Wird mir das zu viel?
Mein Körper bebt, als du dich an mir reibst

und deine Zunge mich um den Verstand
aus feuchten Träumen in den Wahnsinn küsst,
bis deine sorgsam manikürte Hand,
die mal ein Raubtier und mal Schlange ist,

mir wissend und noch gänzlich unerlaubt
in meine viel zu enge Hose fasst,
was mir den letzten Rest von Atem raubt.
Sie hat gerade so hineingepasst,

da spüre ich, wie siedend heiß die Lust
aus meinen Lenden jäh ins Beinkleid jagt,
hab Angst und das Gefühl, dass mir die Brust
gleich platzt und mir das Herz den Dienst versagt.

Doch plötzlich lockerst du den zarten Griff
und öffnest mit der freien rechten Hand
den Knopf zu meiner Mitte. Dieser Kniff
grenzt an ein Wunder. Ich bin so entbrannt,

und so betäubt vor Lust und Glück,
dass ich dich wild und völlig willenlos
auf das Klavier und seine Tasten drück.
Du trägst kein Höschen, und dein Schoß

verlangt nach mir. Ich bin jetzt auch bereit.
Ich geh ein wenig in die weichen Knie
und füge mich in deine Weiblichkeit.
Was hör ich da? Welch süße Phantasie

erklingt aus jenem sturen Instrument,
das sich mir eben schnöd verweigert hat,
in diesem traumhaft lüsternen Moment?
Ich lausche still, doch du stöhnst nimmersatt:

„Ich ahnte, dass du wirklich virtuos
auf vielerlei Gerät zu spielen weißt.
Halt mich ganz fest und lass mich nicht mehr los,
bis du mich bald in einen Strudel reißt,

in dem ich frei von Sitte und Benimm
in einem Rausch von Gier und Energie
mit dir den Gipfel meiner Lust erklimm.
Stoß zu, wir vögeln eine Melodie.“

Im Traum

An meiner Wand, dies eine Haar,
Dein Duft hängt zart im Zwischenraum,
In dem dein Atem Lust gebar
Und deine Lust mir einen Traum.

Ich schmecke noch den letzten Kuss,
Mir brennt dein Blick noch auf der Haut,
Mir noch im Ohr – dein Reissverschluss
Dein Seufzer und der süße Laut,

Als ich, als sei es ein Versehn
Mit einer Drehung meiner Hand
Bestimmt, doch sanft und erogen
Den Weg in deine Sänfte fand.

Du zogst, ich schob, Du zogst mich mehr,
Ich schob, Du zogst – mit einen Mal
Brach meine letzte Gegenwehr.
Ich schob, Du zogst, dies Ritual

Es zog – sich hin. Bis irgendwann
Wir zwei entgrenzt und uferlos,
Was ich kaummehr erinnern kann,
Dein Du, mein Ich in deinem Schoß

Verschwammen. Als die Woge kam
Da waren wir wohl lange schon,
Obwohl zu zweit nur, polygam,
In dieser fremden Dimension.

Als Du dann gingst, blieb da dies Haar,
Dein Duft, so zart im Zwischenraum,
In dem ich eben glücklich war
Mit dir, mein Traum im Traum im Traum.

weiß nicht wie…

Du bist die…
ich weiß nicht wie…
Du’s anstellst dass grad meine
Realität verschwimmt. Ich meine,
Du bist wohl irgendwie Magie.

Es zittern meine Beine,
so wie noch nie.
Ich fühl mich so alleine,
komm her und still mir meine
schmerzlichste und tiefste Phantasie.

Leichtöl

Ich habe mich in dir vergessen,
fiel tief in ein glitzerndes Nichts,
Du spiegeltest mich unterdessen
im Schein eines göttlichen Lichts.

Wir liebten uns seiden verwoben,
von lüsternen Engeln bewacht
Bewusstsein? Gedanken? Zerstoben,
Atome im Schleier der Nacht.

Ein Blatt auf den schäumenden Wellen,
so war mir im Sturmwind dein Schiff,
ich spürte dich splitternd zerschellen,
am leuchtfeuerfunkelnden Riff.

Du hieltest mein Dasein umschlossen
mit sanfter und flehender Hand,
mein Eisherz ist in dir zerflossen,
dann ist es wie Leichtöl verbrannt.

Lust und Frust

Ich weiß, ich sollte nicht so schauen,
doch Du bist einfach viel zu schön,
ich krieg sowas nicht oft zu sehn,
zumindest nicht bei Frauen,
die langsam auf die Fünfzig gehn.

Du spürst, wie meine Blicke wandern
von deiner glatten Halspartie
hinab zum Nabel, dann zum Knie,
wie auch zu allen andern
Preziosen deiner Weibsmagie.

Mag sein, ich war schon süchtig,
kaum dass ich deinen Busen sah,
so rund, so schwer, doch fest, so nah,
dein Blick streift meinen flüchtig
und meiner deine Vagina.

Mein Gott! Du öffnest deine Pforte,
für mich und meinen Kennerblick.
Du lehnst dich leicht ans Holz zurück.
Mir fehlen schlicht die Worte
für dieses unverschämte Glück.

Ich zittre. Schwitzig feuchte Perlen
benetzen heiß dein Kurvental,
Mein Blut pulst irgendwie grippal,
und wie bei allen Kerlen,
erregt mich das ganz kolossal.

Oh Ja! Du schiebst die schmalen Hände
nach vorn und greifst in meinen Schritt,
mein Herz zerspringt, Du reißt mich mit,
doch ist er schnell zu Ende
der viel zu kurze Höllenritt.

Du lachst. Dann reinigst Du die Finger,
mir fast zu schnell, wie routiniert,
ich fühl mich plötzlich deplatziert,
doch zwanzig Jahre jünger,
und wunderbar vitalisiert.

Die Tür. Du streichelst deine Beine.
Es naht ein neuer Don Juan.
Du schaust ihn lüstern lächelnd an
und zischst mir zu: „Zieh Leine!
Ich will jetzt einen echten Mann.“

Im Streitwagen

Ich treib dich vor mir her mit meinem Stecken.
Dein starker Hals stürmt wild enthemmt voran.
Mit festem Griff umfasse ich dein Becken,
wir zwei sind eins in einem rasenden Gespann.

Auf weißer Wand bezeugen schwarze Schatten,
gespensterhaft im Kerzenflackerlicht,
den Kampf des Streiters mit der nimmersatten
Naturgewalt und Lust, die aus dem Zaumzeug bricht.

Du bäumst dich auf, wie Stuten vor den Wällen,
ich kann die Kraft kaum halten, wenn Du scheust.
Dein Wüten lässt mich jäh nach vorne schnellen,
mir brennen Brust und Bauch, weil Du mich so erfreust.

Im Widerschein der Flammen sind die Schemen,
die an den Wänden geistern, fast im Ziel.
Getrieben von der Inbrunst dich zu nehmen
setzt mir das Hirn aus in dem irren Liebesspiel.

Durch einen Schleier höre ich dich schnauben.
Du schäumst und wehrst dich, doch ich halt dich fest.
Dir jeden Geist des Widerstands zu rauben,
ist eine Sucht, die mich im Wahnsinn enden lässt.

Mit letzten Kräften greife ich die Zügel,
beseelt von Eifer, weil Du so sehr rast,
Komm her! Ich zähme dich auf diesem Hügel,
auf dem Du müde nach dem harten Rennen grast.

Vollmondnacht

Im Schattenwald der Vollmondnacht
hast Du mein Fleisch gerissen,
mein Kesselfeuer angefacht
mit wilden Wolfsbeerküssen.

Ich lag von einem Tollkirschkuss
gelähmt in deinen Armen,
war deiner Lust der Tantalus,
Du kanntest kein Erbarmen.

In deinem Höllenhimmel hing
ich nackt an heißen Drähten,
Du warst der schwarze Schmetterling,
und ich in Schwulitäten.

Mein flehentliches Stoßgebet
zum Teufel, mich zu retten
ist mit der heißen Glut verweht
im Funkenschlag der Ketten.

Ich weiß nicht mehr, wie mir geschah
mir schwanden alle Sinne,
Du saugtest mein Ambrosia,
Du Sommervogelspinne!

Ich starb. Der letzte Atemzug
im wirren Vorhofschlummer
galt stöhnend einem: Halt! Genug!
…und deiner Handynummer.

hoffnungslos

Ich bin umflort von ihrem zarten Duft nach Rose,
vermengt mit Amber und gar köstlichem Jasmin.
Entzückt von dieser irritierenden Symbiose,
beseelt von diesem lockenden Amphetamin,

verspür ich rot verschämt im Treibhaus meiner Hose
den Übermut des Lüstlings. Wie Adrenalin
schießt mir der Wunsch nach ihrer süßen Herbstzeitlose
durch Mark und Bein. Wohlan! Steig auf, mein Zeppelin!

Wirf deinen Schatten über das so grandiose
und derart schöne Atemräuberhochalpin,
dass mir das Blut fast kocht. Im Bannstrahl dieser Pose
hab ich verloren. Ein berauschter Harlekin,

in ihrer Hand bin ich, und diese Diagnose,
ist hoffnungslos. Da hilft auch keine Medizin.

Immermädchen

Belüge mich, dann will ich mit dir schlafen,
mach mir was vor, dann bin ich endlich dein,
sei schlecht zu mir, dann will ich von den Schafen,
das dümmste, liebste und verführerischste sein.

Sagst Du die Wahrheit, müsste ich mich zieren,
komm, blende mich, das macht mich willenlos,
versuch nicht, mich zu desillusionieren,
dann ebne ich dir einen Weg zu meinem Schoß.

Schaust Du mich an, siehst Du das Immermädchen,
so rein das Herz, so schön der Körperbau,
das Luder sein will. Dreh am rechten Rädchen,
mach es mit Lug und Trug zu deiner Einmalfrau.

Zu früh

Du regst Dich. Tief in deinem Haar
vergrab ich meine Nase.
Dein Duft versetzt ihr Flügelpaar
in bebende Extase.

Dein Seufzen keimt in meinem Bauch
zu allergrößten Flausen.
Sie steigen auf wie feiner Rauch,
bis sie mein Stammhirn zausen.

Mein Kopf erwacht und wägt kurz ab:
„Zu früh? Soll ich es wagen?“
Die Flausen sausen wild hinab,
schon muss ich nichts mehr sagen.

Du schmiegst dich an mich, lächelst still
beim Anblick der Präsente:
„Nicht bös sein, weil ich noch nicht will,
trotz DIESER Komplimente.“

schon wieder

So wagemutig liegst Du da
in deinem feinen Mieder!
Ich flehe Nein, Du flüsterst Ja:
Oh je, doch nicht schon wieder?!

Du greifst mir jäh ins Accessoir
und ziehst mich zu dir nieder.
Mein Nein verstummt – und wunderbar:
Hurra, ich kann schon wieder!

Beuteschema

Grab mir deine Bärentatzen
hart ins Beben meiner Brust,
reiß mir gierig einen Batzen
Fleisch aus meinem Blutverlust.

Schlag mit deinen Löwenfängen
Wunden in mein Lustfilet,
dass ich zu Sirenensängen
ganze Galaxien seh.

Trag mich unter Adlerschwingen
zappelnd in dein Liebesnest,
wetz die wilden Krallenklingen,
gib mir scharf den süßen Rest.

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