Archiv für die Kategorie 'Lustig'

Die ärztliche Kunst

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Chirurg, das bin ich aus Passion,
“Fleischermeister“, sagt mein Sohn.
Eigentlich bin ich zu alt -
ich zittre viel, doch fürs Gehalt
lohnt es sich, wie wir gleich sehn
über Leichen auch zu gehn.

Wenn ein Schnitt daneben geht
und mein Fuss im Blute steht,
ist das sehr bedauerlich
und nicht minder schauerlich.

Ein Patient, der mich gut kennt
macht vorher sein Testament.
Steckt im Herz erst das Skalpell
geht der Rest meist ziemlich schnell.

Wird die Leiche rausgetragen,
kann sie mich nicht mehr verklagen.
Steh ich auch mal vor Gericht,
stört mich das meist weiter nicht.
Oft gelingt´s das recht zu beugen.
Tote sind halt schlechte Zeugen…

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Die Eisenbahn und das Kamel

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Eine kleine Eisenbahn
fuhr mit einem Affenzahn
durch die Wüste Sahara,
wo die Hitze furchtbar war. 

Auf dem Weg zur fernen Küste
traf die Bahn tief in der Wüste
ein Kamel das wiederkäute
und sich seines Lebens freute.

Es lachte und sprach gut gelaunt:
“Was seh ich da, ich bin erstaunt!
Karawanen, die auf Gleisen
blitzschnell durch die Wüste reisen,
sind so selten wie Personen,
die pudelnackt am Südpol wohnen.
Dazu als Zugtier vornean,
ein Kamel, das rauchen kann.“

Das Kamel ward gelb vor Neid,
sprach, es ginge meilenweit,
obwohl es einen Fußpilz hätte
für nur eine Zigarette.

Doch selbst für es, als Tier der Tat,
sei der nächste Automat
in Gizeh bei den Pyramiden
zu weit entfernt und zwar entschieden.
Doch sei das gute Stück auch fern,
es ginge hin, es rauche gern.

Darauf bot ihm die Eisenbahn
eine Vorzugskarte an,
die das Kamel in Anspruch nahm
und so nach Ägypten kam.

Es rauchte dort so manche Stange,
doch es lebte nicht mehr lange.
Heute ruht das Tier in Frieden,
denn es ist am Krebs verschieden.

Sein Bild, das heut, es klingt verrückt,
die Camel-Filter-Packung schmückt,
beweist, und das liegt auf der Hand -
Kamel und Raucher sind verwandt…

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Deutschland-Holland

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22 Fußballrecken
stehn im Mittelkreis Spalier,
zum Kampf um Einwurf, Freistoß, Ecken,
noch mehr um Tore sind sie hier. 

Die Orangen wild entschlossen
stürmen vor aufs deutsche Tor
hätten gern ein Tor geschossen,
doch der Kahn der steht davor.

Und der Ballack wagt den Tanz
mit dem Ball – ein Augenschmaus,
spielt dann das Ei mit Eleganz
filigran ins Seitenaus.

Einwurf für die Käsemacher,
im deutschen Strafraum herrscht Entsetzen,
Van Nistelroy will einen Kracher
in den linken Winkel setzen.

Doch der Olli diese Katze
fliegt der Kugel hinterher
fischt die Pocke mit der Tatze -
heute bleibt sein Kasten leer.

Abwurf auf den langen Ziege
der den Ball nach vorne treibt,
ein Haken, eine elegante Biege,
dass Rudi sich die Augen reibt.

Flankenwechsel auf den Hamann,
der den Lahm im Nacken spürt
es folgt ein kurzer Pass sodann,
wonach der Lahm die Kugel führt.

Vom Publikum nach vorn getragen,
überbrückt er flink das Mittelfeld
bis seine Flanke – scharf geschlagen,
dem Ballack auf die Rübe fällt.

Der Ball, er fliegt in hohem Bogen,
steht wie ein Stern am Firmament,
Kuranyi wird am Hemd gezogen,
während Wörns ins Leere rennt.

Der Ball macht nur ein leises Ploppen,
als er auf die Wiese springt,
Frings versucht das Ding zu stoppen,
was ihm nur zum Teil gelingt.

Sechzehn muskulöse Beine
dreschen auf die Kugel ein,
doch plötzlich – Bobic – steht alleine,
drückt mit dem Knie die Kirsche rein.

Was danach folgt ist kein Gekicke,
ist Rasenkrieg mit Krach und Bumm,
zum Schlusspfiff fehlen Augenblicke,
da fällt Makaay im Strafraum um.

Nowotny unser Abwehrhüne
hat zu behäbig sich bewegt,
kaum schneller als ne Wanderdüne,
hat er den Stürmer umgelegt.

Statt Schlusspfiff gibt es nun Elfmeter,
für Orange ein großes Glück,
trotz Rudis Schreien und Gezeter,
der Schiri nimmt ihn nicht zurück.

Revolte in den Nervenenden,
als das Ei den Strafraum quert,
doch Kahn, das Tier mit Pfannenhänden,
hält seinen Kasten unversehrt.

Aus, vorbei, das Spiel Geschichte,
das deutsche Glück, es scheint perfekt,
der Fredi strahlt im Rampenlichte
als Skibbe unsern Bobic weckt…

Doch manche Träume werden Wahrheit,
die wiederum Legenden speist,
auch wenn der Held nach einer Spielzeit
am Ende doch Podolski heißt…

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Deine Küsse

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Von Deinen zart und sanften Küssen
vibrieren meine Nervenenden           
Ein Stromstoß jagt von Deinen Bissen,
direkt durchs Herz in meine Lenden.  

Von Deinen weich und warmen Küssen,  
bin ich verzückt und heiß verführt,  
und vom Kopf bis zu den Füßen,       
knistert es elektrisiert. 

Von Deinen wild und heißen Küssen,   
spür ich in mir Kapriolen,           
und bevor wir warten müssen,         
geh ich mal Kondome holen… 

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Das Huhn…

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Ein Huhn das auf der Stange döste,
als sich ein Ei flugs aus ihm löste,
es gackst geschockt und aufgescheucht,
“oh Schreck, mir ist ein Ei entfleucht.“

Das Ei, es kullert munter weiter,
das Huhn rast von der Hühnerleiter
verfolgt das Ei mit Affenzahn,
doch rollt es auf die Autobahn.

Das Huhn, es zischt im Tippelschritte,
verängstigt auf die Fahrbahnmitte
“Der Hahn wird mir die Haube waschen,
kann ich sein Baby nicht erhaschen…“

Es rennt, es hetzt, es hüpft und flattert,
dass es das flinke Ei ergattert,
das lustig seines Weges rollt
und sich zur andern Seite trollt.

Das Huhn, das voller Inbrunst wetzt
und hinter seinem Nachwuchs hetzt
sieht nicht den Benz, der wie ne Mauer
mit viel Kubik und Vollgaspower,
der Fahrer wie im Schumistil.
heranrast wie ein Projektil.

Das Huhn es bremst, der Wagen nicht,
es sieht noch kurz das Abblendlicht,
bevor der Spoiler und die Reifen
das Huhn zur nächsten Ausfahrt schleifen.
Und an der linken Autolampe,
hängt federbunte Hühnerpampe.

Dem Ei wars Gück da eher hold,
ist sanft die Böschung lang gerollt
und liegt da ohne weitre Sorgen,
in einem Büschel Gras geborgen.

Die Schale knackt, die Hülle reißt
als das Ei geburtsschwer kreißt,
derweil ein letztes Mal kurz hüpft,
bevor verklebt ein Küken schlüpft.

Das Küken setzt sich langsam nieder,
und putzt zuerst mal sein Gefieder,
bevor es sich, es ist bald Nacht,
auf den Weg nach Hause macht.

So ist der Kreislauf allen Lebens.
Kein Tod ist nutzlos und vergebens,
weil alles, kaum dahingerafft,
schon Platz für etwas Neues schafft…

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Die Gummipuppe

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Der Bernd ist von der geilen Truppe
und vögelt eine Gummipuppe,
doch als er stöhnt, ganz voll Verlangen
ist ihr die Puste ausgegangen.
         

Und wie er dann laut “Scheiße“ flucht,
als er das Fahrradflickzeug sucht,
schwingt sein Schwanz mit dem Gelocke
durch die Gegend wie ne Glocke.
und die rote Eichel gaukelt,
noch Geilheit vor, als sie schon schaukelt.

Vorbei ist nun die schöne Latte,
die fast schon was Groteskes hatte,
und macht uns voller Neugier fragen,
warum die Frauen es nicht wagen,
an seiner Seite zu verweilen
und Tisch und Bett mit ihm zu teilen.

Die Antwort liegt, welch Ironie,
in seiner Baggerstrategie -
Zuerst zeigt er sich aufgeblasen,
gibt den Münchhausen bei den Hasen,
will sich Ihre Gunst erschleichen
und sie mit Prahlerei erweichen.

Doch manche, die dann weiterfragt,
ob er so toll ist, wie er sagt,
piekt ihn mit Fragen, nur ganz leicht,
und sieht, wie heiße Luft entweicht.

Sie merkt am End, sein Kopf ist leer
Die Gummipuppe, die ist er…
 

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An einem Sonnentag

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Es war an einem Sonnentag,
als ich halbnackt im Garten lag.
Von meinem Schwitzen angezogen,
kam eine Biene angeflogen
und setzt sich summend voller Glück
auf meines Leibes bestes Stück,
was ich, der ich mich mächtig zierte,
mit einem wilden Schlag quittierte.
Ein Schrei, dass selbst das Blut gefriert -
das arme Tier war komprimiert.

Ich lag noch lange wimmernd, zitternd
der Schmerz war wirklich markerschütternd.
Und seither hab ich so ne Ahnung,
das wars mit der Familienplanung.
Beim nächsten Mal, das weiß ich schon,
setz ich auf Deeskalation.
Gewalt, das sah ich schmerzhaft ein
kann nur das letzte Mittel sein.
Mein Glied, grotesk und rot verschwollen,
zeigt mir, man muss den Frieden wollen.

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