Dein Kuss hat mich im Flug erreicht,
ich spür ihn süß auf meiner Haut,
er ist so zart, so luftig leicht,
hat meinen Panzer aufgetaut.
Ich fühle ihn als sanften Hauch,
der über meine Poren streicht,
mir auf dem Mund, der Brust, dem Bauch,
dem Flügelschlag der Feen gleicht.
Kann man sich Blicke so vom Körper spülen
wie kleine Schmutzpartikel, oder frischen Schweiß,
die Feuerhaut mit heißem Wasser kühlen,
nach Küssen wie Magnesium im Trockeneis?
Fast spür ich deine feinen Speichelspuren
von meinem Körper rinnen, seh auf meinem Bauch,
wie sich im Spiegelbild der Armaturen,
die Seife mischt mit deinem zarten Atemhauch.
Nun wasche ich den Abdruck deiner Lippen
aus all dem Neuland. War es nur ein schöner Traum,
von deiner Zunge, die von meinen Klippen,
den Weg sich bahnte hoch zu meinem Lebensbaum?
Ich atme Schwüle aus den Wassertropfen,
bin wieder ganz und gar von neuer Lust beseelt,
Minuten später höre ich dein Klopfen,
mir scheint, Du hast mir länger als ein Jahr gefehlt.
Von deinen Lippen schmeckt die Nacht
nach Beeren, doch ich ahne,
im heißen Fleisch, das mich entfacht,
den Hauch von Knoblauchfahne.
An deinem zarten Schwanenhals
da atme ich Kamille,
vielleicht auch Schweiß, doch keinesfalls
Jasminduft und Vanille.
In deiner Wackelpeterbrust
vergrab ich meine Ohren,
hab dort, im Eifer meiner Lust
ein bisschen Schmalz verloren.
Aus deinem weichen Gluckerbauch
ertönen Gaskaskaden,
wenn ich in deinen Quellsee tauch
um still darin zu baden.
Ich liebe dich, so wie Du bist,
mit jedem unsrer Makel,
und alles, was da menschlich ist,
zerstört nicht mein Mirakel.