Ich sah in den Spiegel, fast kindlich erstaunt,
das Alter wog schwer in jetzt müderen Zügen,
in mir eine Stimme hat leise geraunt,
Du konntest die Frau, doch den Tod nicht betrügen.

Ich nahm ihre Herzen, sie hielten mich jung,
mein Preis für die Jugend, ein Raubbau an Kräften,
erst Sehnsucht… dann Leere… Verbitterung,
bei langsam versiegenden männlichen Säften.

Mein Antlitz entzaubert, ich zählte sie stumm,
die Schneisen und Furchen, die Priele und Falten,
in meinem Gesicht und ich fragte warum
gelang es mir nicht, deine Liebe zu halten.

Ich floh durch mein Leben, des Ende bald naht,
ich stählte mein Ego und stahl von den Frauen,
doch hätt’ ich nur einmal mein Sehnen bejaht,
ich müsste nicht wütend den Spiegel zerhauen.

So steh ich in Splittern, entgeistert, verwirrt,
erkenne mich selbst in zerborstenen Scherben,
vom Teufel gehetzt durch mein Leben geirrt,
von Lüsten entstellt, muss ich einsam nun sterben.