Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Tag: Freude

Gedichte

Gedichte taugen nicht zur Bibel,
sind weder Epos noch Traktat,
zu kurz selbst für die dünnste Fibel,
sind sie Gedankenkonzentrat.

Gedichte haben es nicht eilig,
obwohl meist knapp in der Diktion,
sie wirken eher zwischenzeilig
und schlagen einen Herzenston.

Ihr Wert ist niemals nur phonetisch,
erschöpft sich nicht im schönen Klang,
aus ihnen klingt die Welt poetisch
in tief gefühltem Sprachgesang.

Gedichte huldigen dem Leben,
sie rufen auf und schenken Halt,
vermögen Trost und Mut zu geben,
und trotzen lyrisch der Gewalt.

Gedichte können Wege zeigen
aus einem Sein, das sinnlos scheint,
ihr Kraftquell ist beredtes Schweigen,
sie spenden Freude, wo man weint.

Neid (eine Fabel)

Eine kleine Sumpfschildkröte
bläst auf einer Schilfrohrflöte
eine wunderschöne Melodei
da kommt ein Breitmaulfrosch vorbei.

Prüfend schaut er auf die Flöte
der besagten Sumpfschildkröte.
Es regt sich in ihm Flötenneid,
denn sein Maul ist viel zu breit.

Da sagt zu ihm die Sumpfschildkröte,
ich sehe deine Seelennöte,
nimm dir doch vom Pan die Flöte
für’s persönliche Getröte –
doch die gibt es, wie bekannt
leider nur nur in Griechenland.

Den Kopf voll Feuereiferröte
in der Hoffnung auf’s Geflöte,
beeilt der Frosch sich wirklich sehr
und hüpft verzückt ins Mittelmeer.

Ein Raubfisch schwimmt im Wellental
auf Pirsch nach einem Mittagsmahl,
schaut, ob sich ne’ Chance böte,
auf ‘nen Frosch oder ‘ne Kröte –
denn statt immer Fisch zu essen,
will er mal was andres fressen.
Er ist ein Fan von Haute Cuisine
und schwimmt sofort und hungrig hin.

Der Frosch fragt nach dem Weg zur Flöte,
doch der Fisch hat eigne Nöte,
denn ihn plagt der Hunger sehr
im leergefischten Mittelmeer.

Drum, ohne weiter rumzuplänkeln,
frisst er den Frosch, nebst zarten Schenkeln,
und freut sich, dass er Frösche tötet,
statt dass er blöde Lieder trötet.

Zuhause sitzt die Sumpfschildkröte
und bläst auf ihrer Schilfrohrflöte,
eine süße Melodei,
und jetzt ist das Gedicht vorbei…

Doch noch spricht der Freizeit-Goethe,
seid nicht neidisch auf’s Geflöte,
bleibt bei euren eignen Leisten,
das ist besser – für die meisten…

Schmetterlinge

Tausend kleine Schmetterlinge
in meinem Bauch sind guter Dinge.
Es flattert fröhlich Flügelschlagen
und kribbelt mir ganz doll im Magen.
Ich fühle mich wie neugeboren,
verliebt bis über beide Ohren,
die rot vor lauter Liebe glühen,
derweil im Kopf mir Rosen blühen.

Ich bin total elektrisiert,
dass mir das Herz fast explodiert
und mir bis hoch zum Kragen pocht,
mein Blut so heiß, dass es fast kocht,
das mir, anstatt es langsam fließt,
wie Dampf durch meine Adern schießt.

Ich fühl ein zartes, süßes Ziehen
auf halbem Weg von Kopf bis Knien
und alle meine Nervenenden,
die sehnen sich nach deinen Händen,
nach deinen Küssen, zarten Bissen
und wilden Spielen in den Kissen.

Mein Körper spielt wie wild verrückt,
ich bin von dir total beglückt,
berauscht und völlig kopfverdreht
dass es durch Mark und Bein mir geht,
mir meine Sinne schwinden macht,
den Schlaf mir raubt in dunkler Nacht.

Ich liebe dich so doll und viel
mit Haut und Haar, mit Stumpf und Stiel,
vom Zeh bis hoch zur Nasenspitze,
wo ich auch steh und geh und sitze.
Ich will, dass du es nie vergisst,
wie schön durch dich mein Leben ist.
Du bist der größte Schatz für mich,
ich bin verzückt, ich liebe dich.

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