Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Tag: Kunst

Schmetterlinge

SchmetterlingeSie tanzen einen zauberhaften Reigen,
Ihr Flug, die schönste Opera comique,
verulkt beschwipst die Regeln der Physik,
als wollten sie dem Menschen lustig zeigen:

Hör auf, dich frech in Hybris zu versteigen.
Die Welt ist fern der Hoch-Mathematik
auch Traum und Liebe, Künste und Musik.
Lass deinen Allmachtsanspruch endlich schweigen.

Die Wissenschaft ist nicht der Weg zum Glück.
Aus kaltem Tun führt oft kein Weg zurück.
Kehr um! Du solltest endlich dich besinnen:

Nicht Herr! Du bist ein Gaukler der Natur.
Du bist statt Gott, wie wir ein Troubadour!
Komm tanz mit uns. Nur so kannst Du gewinnen!

Dichters Gardinenpredigt

Ich sollte schweigen, jedoch möchte ich betonen,
bei aller Ehrfurcht vor der eitlen Künstlerschar,
dass sich nicht alle scheinbar schönen Reime lohnen,
wenn dir dein Rhythmus einen schiefen Klang gebar.

Nun kannst Du meckern, fluchen, lauthals lamentieren,
die Kunst sei frei, und jeder Künstler schöpfernah,
im Dreieck springen, flehen, hadern, explodieren,
weil ich dein Werk aus guten Gründen kritisch sah.

Glaubst Du, der Schöpfer hätte diese eine Erde,
mal eben hingerotzt, so wie Du dein Gedicht –
auf das sie provisorisch halbwegs fertig werde,

im Funzelschein, statt hell im warmen Sonnenlicht –
und hätt auf eine dies bezügliche Beschwerde,
geheult, so schlecht sei doch das Kunstwerk nicht?

Ich glaube kaum, er wäre so extrem vermessen,
sich selbst zu loben, wenn sein Werk ein Fehlschlag wär,
vermutlich ist er nicht auf falsches Lob versessen,
benähm sich nicht so fachlich stur und voll konträr.

Jetzt gib dir einen Ruck, hör endlich auf zu schmollen,
dass Kunst von Können kommt, ist wirklich keine Mär,
nicht oft liegt’s am Talent, weit häufiger am Wollen,
wohl deshalb quält der Durchschnitt höchst inflationär.

Doch ist es mit der Welt, wie wohl auch den Gedichten,
rein vom Prinzip sind Erde und auch Lyrik toll,
nicht Gott, der Mensch, vermag das Schöne zu vernichten,

drum schweig und schau nicht weiter derart vorwurfsvoll.
Hör endlich auf dich nach der Masse auszurichten,
wenn dein Gedicht ein Wunder und kein Mist sein soll.

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