Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Schlagwort: Kuss

Ikarus

Noch nie hab ich so was gefühlt,
ich war mir selbst darin so fremd,
noch nie war ich so aufgewühlt,
so stumm, so schüchtern, so gehemmt.

Womöglich war es nur ein Kuss,
bei Nachtmusik und Kerzenlicht
der wirklich nichts bedeuten muss
das frag ich mich und weiß es nicht.

Was gestern war, ist heut vorbei.
Und was geschah, war nur ein Traum?
Bin ich jetzt einsam oder frei?
Vielleicht in einem Zwischenraum?

Hat diese Nacht denn einen Sinn,
den ich allein ergründen muss?
Liegt mehr als schöner Schein darin?
Wohl kaum. Es war doch nur ein Kuss.

Und ich? Ich war dein Ikarus…

Im Flug

Dein Kuss hat mich im Flug erreicht,
ich spür ihn süß auf meiner Haut,
er ist so zart, so luftig leicht,
hat meinen Panzer aufgetaut.

Ich fühle ihn als sanften Hauch,
der über meine Poren streicht,
mir auf dem Mund, der Brust, dem Bauch,
dem Flügelschlag der Feen gleicht.

Quellenangabe

Mein Kuss entsprudelt einer Quelle,
die tief in mir für dich entspringt,
an einer fast geheimen Stelle,
die nur für dich die Küsse bringt.

Und meine Lippen formen Herzen
die nur für deine Lippen sind,
in meinem Bauch, da brennen Kerzen,
wenn sehnsuchtsheiß mein Blut gerinnt.

Nimm meine Küsse, meine Bisse,
sie sind allein für sich bestimmt,
fühl dich hinein in mich und wisse,
dass sie dir keine andre nimmt…

Essenzen

Wie schmecken deine Küsse wild,
nach köstlichen Essenzen,
dein Duft ist würzig und doch mild,
voll feiner Ingredienzen.

Was sacht uns in die Lust verwebt,
ist wie ein weiches Blatt,
das zwischen uns zu Boden schwebt
und feine Härchen hat.

Dein Blick verschleiert, feucht dein Haar,
wirkst Du so weit entrückt
und dennoch ganz unfassbar nah,
dass es mich fast erdrückt.

Das Wasser spielt um deine Brust,
es dampft, es perlt und fließt,
bis unbezähmbar heiße Lust,
sich in mein Sein ergießt.

Im Kuss verbunden drehe ich,
dich tief erregt und stumm,
mit sanftem Druck, nicht zögerlich
den Atem schwer, herum.

Vom Nacken strömt der warme Strahl,
befreit und ungezähmt,
verlockend glitzernd in dein Tal,
mein Herz scheint wie gelähmt.

Du beugst Dich fügsam, ohne Zwang,
und zeigst mir, Du bist mein,
folgst still dem ungestillten Drang
und lädst mich zu dir ein.

Ich führe dich, in dir versenkt,
durch unser süßes Spiel,
in Liebe eins, von Lust gelenkt
gelangen wir ins Ziel.

Du drehst dich zu mir, schaust mich an,
suchst meinen warmen Kuss,
ich zieh dich ganz zu mir heran,
weil ich dir nah sein muss.

Jetzt schmecken deine Küsse mild,
voll süßer Ingredienzien,
doch ist dein Duft, jetzt voll und wild,
aus würzigen Essenzen.

Wirden

Du sollst mein Herz mit duftig warmen Erdenhänden,
wie Mutterboden, fest und dennoch weich umschließen,
ihm Nahrung, Wärme und das Licht der Sonne spenden,
und stets mit tiefer, niemals müder Liebe gießen.

Lass mich im Humus deiner Seele Wurzeln schlagen,
in immer wieder neu gegründeten Symbiosen,
dass wir erblühn und wundervolle Früchte tragen,
wenn sich dein warmer Schoß und meine Kraft liebkosen.

Umarmt in süßen Stunden innigster Begierden,
sind wir uns Schutz im Wind und können nicht verwehen,
bis wir entgrenzt in einem weltbefreiten Wirden,
im letzten Kuss entzweiter Einsamkeit vergehen.

Augenweide

Ich lieg auf meiner schönsten Augenweide,
von Frühlingsdüften bittersüß umfangen,
den leisen Wind um wintermüde Wangen,
fühl ich die Lust auf sommerfrohe Heide.

Das Kältegrau, an dem ich fröstelnd leide,
weicht zögernd sehnlich schmerzendem Verlangen,
nach Früchten, die in satten Wipfeln prangen,
und Luft um meine Haut, wie Samt und Seide.

Ich atme Gras, spür warme Erde beben,
es reißt ein tiefes, unbedingtes Müssen,
mich in ein neues, prall gefülltes Leben.

Ein Traum, genährt von nimmermüden Flüssen,
lässt mich in immergrüne Himmel schweben,
und ich will endlich deine Lippen küssen…

Dein Kuss

Dein Kuss lässt in mir Vögel fliegen,
lässt in mir Flüsse rückwärts gehen,
dein Kuss kann meinen Schmerz besiegen
und lässt mich neue Ufer sehen.

Dein Kuss vertreibt die größten Sorgen
und macht zu neuem Tun bereit,
er wendet mich hinein ins Morgen,
und löst aus der Vergangenheit.

Dein Kuss lässt meine Seele schweben,
und zeigt mein Sein in schweren Zeiten,
in meines Herzens sanftem Beben,
als Wunderwelt der Möglichkeiten.

Dein Kuss lässt mich mein Leben spüren,
er macht mich wach und macht mich reich,
kann mich aus meinen Ängsten führen,
und macht mich, wo ich hart war, weich.

Ich will mit dir im Kuss versinken,
Dein Du, mein Ich im tiefsten Wir,
und will dem Tagwerk Abschied winken,
mit Dir vereint im Jetzt und Hier.

Ich weiß Du kannst mir nicht gehören,
es sei denn, dass Du Dich mir schenkst,
drum lass mich dich im Kuss betören,
damit Du dich in mich versenkst,

damit Du bleibst in in meiner Seele,
in meinem sonst so leeren Ich
weil ich mich ohne dich verfehle,
drum meine Liebste küss ich dich…

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