Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Schlagwort: Licht

Briefe

Ich habe tief in mir gegraben,
trieb einen Tunnel in mein Sein,
als wollte ich Gewissheit haben,
ich bin in mir nicht ganz allein.

Ich traf im Dunkel meiner Tiefe,
ein Licht, vor dem ich stehen blieb,
vor ihm da lagen all die Briefe
die ich einst an mein Schicksal schrieb.

Dein Stern

Manchmal ist dein Stern im Sinken,
manchmal steigt er himmelwärts,
manchmal zeigt er nur ein Blinken,
manchmal leitet er ein Herz.

Manchmal frisst den Stern die Schwärze,
manchmal bricht er ihre Macht,
manchmal ist er nur die Kerze,
manchmal Leuchtturm in der Nacht.

Irgendwann geht er zugrunde,
irgendwann stürzt er ins Nichts,
doch in seiner letzten Stunde
flammt er auf zum Licht des Lichts.

Leichtöl

Ich habe mich in dir vergessen,
fiel tief in ein glitzerndes Nichts,
Du spiegeltest mich unterdessen
im Schein eines göttlichen Lichts.

Wir liebten uns seiden verwoben,
von lüsternen Engeln bewacht
Bewusstsein? Gedanken? Zerstoben,
Atome im Schleier der Nacht.

Ein Blatt auf den schäumenden Wellen,
so war mir im Sturmwind dein Schiff,
ich spürte dich splitternd zerschellen,
am leuchtfeuerfunkelnden Riff.

Du hieltest mein Dasein umschlossen
mit sanfter und flehender Hand,
mein Eisherz ist in dir zerflossen,
dann ist es wie Leichtöl verbrannt.

Mit zarter Hand

Die Nacht ist schwarz, schwarz wie die Nacht,
ich kenne keine größre Schwärze,
allabendlich senkt sie sich sacht
in meinen Sinn.
Nur eine kleine Kerze
steht still darin.

Ihr Licht strahlt hell, hell wie das Licht,
ich kenne wohl kein schönres Strahlen.
Wenn leis ihr Schein das Dunkel bricht,
seh an der Wand
ich es dein Antlitz malen,
mit zarter Hand.

Morgenaquarell

Auf deinen weichen Körper malt das frühe Licht
ein Aquarell von Sehnsucht und Begehren,
mag meine Welt, wenn es sich wärmend auf dir bricht,
pastellgefärbt von Zauberhand entschweren.

Dein Atem spielt mit einer Strähne im Gesicht,
ein Seufzen schürt das schüchtern mich Verzehren,
dich aus dem Traum zu wecken, wage ich noch nicht,
will nicht dies Bild durch meine Lust entehren.

Du schlägst die Augen auf und flutest meine Seele
mit Liebe, die mich jäh in einen Strudel reißt,
in tiefster Brust ein Wollen ohne Parallele,

das wie ein Feuersturm in meinen Venen kreist,
in den ich mich beherzt und resigniert befehle,
weil er, wenn ich mich füge, in den Himmel weist.

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