Archiv für das Tag 'Schmerz'

Wo sie liegen soll

Abgelegt unter Liebe

Wo sie jetzt liegen soll,
da liegt sie nicht,
wo sie jetzt sein soll, klafft ein Loch.
Ein Nichts bricht aus,
mit kalter Leere voll,
schluckt alles warme Licht.

Doch hier im leeren Haus,
da spüre ich ihr Dasein noch.

Wo sie jetzt liegen soll,
da liegt sie doch,
wo sie jetzt sein soll, ist ihr Ort.
Mein Herz läuft aus,
doch ist mit Liebe voll -
und schlägt trotz Schmerzen noch.

Sie ist nur aus dem Haus,
und nicht aus meiner Mitte fort…

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Ohne Leben

Abgelegt unter Liebe

Ich liege brach und aller Samen
ist jäh mir aus dem Grund gespült,
wie fruchtbar hab ich deinen Namen
noch gestern für mein Feld gefühlt.

Kein Leben mehr in meiner Krume,
kein Maulwurf macht den Boden kraus,
verkümmert liegt die letzte Blume,
sieht stumm nach toter Hoffnung aus.

Ich warte dürstend auf den Regen,
den Keim, der neu zum Dasein strebt,
doch ohne dich, und dein mich Hegen,
bleibt jedes Saatgut unbelebt.

Bald lassen mich Maschinen beben,
mein Grund trägt einen fremden Traum,
nicht stark, nur hart, ganz ohne Leben,
seh ich dein Bild am Ackersaum…

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Panik

Abgelegt unter Stimmungen

Schmerz zerreißt mich. Nackte Wut
frisst heiß, wie gallig scharfe Säure,
sich durch den letzten Rest von Mut,
verbrennt mich, und die ungeheure,

Panik, die im Kopf entsteht,
will Schmerz zu tiefer Angst verdichten.
Das Nichts, das mich unfängt, vergeht
wohl nie und muss mein Sein vernichten.

Fäden, die mein Gleichgewicht,
seit Tagen nurmehr seiden halten,
zerbersten, dass es stürzend bricht -
mein Herz, das kalte Zweifel spalten.

Platzend reißt die harte Haut.
Die Starre löst sich, all das Leben,
das viel zu lang sich in mir staut,
ist schwarzem Blutsturz beigegeben.

Hände hab ich nicht genug,
und spür mein Ich, ganz wie von Sinnen,
enttäuscht von Selbstsucht und Betrug,
zersetzt durch meine Finger rinnen.

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Zu lang

Abgelegt unter Philosophisches

Zu lang plagt nagend mich die bange Frage,
sind mir zuletzt noch Tage voller Farben
vergönnt, statt taub und blind dahinzudarben -
und macht, dass ich fast tatenlos verzage.

Mich quält, ob ich nicht nur Gespenster jage,
und dass wohl alle mir bestimmten Gaben,
am Schluss nur einen vagen Nutzen haben,
für den ich mich im Grabesschatten plage.

Will fast dem Bannstrahl dieser Furcht ergeben,
mich ganz der grausam schwarzen Vornacht fügen,
da ruft mit Macht ein lang verkanntes Streben.

Ich lass mich nicht von falscher Angst betrügen,
um das mir eigentlich bestimmte Leben,
straf kühn das Nichts durch meine Taten Lügen.

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