Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Tag: Spiegelbild

Was?

Was wäre ich wohl ohne dich?
Ein Nichts in fader Hülle,
ein sinnentleertes Über-Ich
und Dasein ohne Fülle.

Und fragst Du, was bist Du für mich?
Mein Herz der Transzendenzen,
mein feenhaftes Eigentlich
im Meer der Existenzen.

Was wir je für den anderen sind?
Der Atem in der Kehle,
das Licht im Lebenslabyrinth,
ein Spiegelbild der Seele.

Projektionen?!

Ich seh in dir, was ich mir ständig schulde,
ein heller Strahlenkranz von fern geglaubtem Glück,
doch statt vom kalten Spiegel, den ich morgens nur erdulde,
fällt es aus dir zu mir als Lichterblitz zurück.

Nur will mir scheinen, dass ich dir was stehle,
wenn ich in dir den Urgrund meiner Seele spür,
lieb ich dich nur verängstigt, dass ich mich nicht mehr verfehle,
dann leb ich nur die Pflicht, und liebe nur die Kür.

Nun steh ich hier und blicke auf die Teile,
kann sie wie Inseln in des Daseins Wassern sehn,
so wie Atome, die im Molekül für eine Weile
durch dich verknüpft in tieferer Verbindung stehn.

Geh bitte nicht! Ich will nicht mehr alleine,
ein halbes Ich sein, das ein seltsam halbes Leben lebt,
nimm deinen Mut und deine Kraft und knüpfe sie an meine,
weil meine Sehnsucht in dir nach Erfüllung strebt.

© 2017 Terrabella

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