Projektion
ist meine Welt ein düstres Scheingespinst,
in dem Gespenster und Dämonen wohnen,
aus der ein Teufel hinterlistig grinst.
Zu viele leben exzessiv
in fremden Dimensionen,
ihr Leben spielt im Konjunktiv
voll leerer Ambitionen.
Die wahre Welt ist zwar real,
doch kennt sie keine Helden,
so träumt man sich ins Ideal,
hat endlich was zu melden.
Ein “hätte” wird zum ist-Ersatz,
das “könnte” zur Parole,
und selbst der größte Hosenmatz
schwenkt seine Gloriole.
Im groß zu tun, statt großem Tun
verlegt man sich aufs “sollte”,
lebt gänzlich wirklichkeitsimmun,
bepreist sein schales “wollte”.
Die Würde stirbt als Korrektiv,
das “würde” scheint zu lohnen,
den Tagtraum träumt man obsessiv,
lebt blind in Illusionen.
Verzückt lausch ich in watteweicher Winterweite
dem leisen Klang der weißen Flockenmelodie,
hör, was verspielt aus ihrem grauen Himmel schneite,
auf kalter Erde sich mit nassem Flaum vereinen,
aus Nichts ins Nichts in einer stillen Elegie.
Ich seh entrückt aus tiefen Wolken Flocken stieben,
im Tanz zu einer viel zu kurzen Partitur,
spür wie sie ihre Illusion von Freiheit lieben
bevor sie schwer vom Dunst die letzten Tränen weinen,
und stumm vergehn im Schein vom Zauber der Natur.