Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Schlagwort: Verzückung

Herztausch

Mein Herz hab ich in deiner Brust vergessen,
als ich vor kurzem bei dir küssen war.
Ich Narr, hab mich wohl selbst an dir gefressen,
und fand das Essen wirklich wunderbar.

Von ihm beschirmt, so bin ich dir begegnet,
fand es vertraut bei dir und tröstlich warm.
Als ich dann ging, hat’s draußen nicht geregnet,
nun klafft ein Loch mir rechts vom linken Arm.

„Du gingst…“, hör ich im Pulstakt deiner Schritte,
„zu schnell durch meine Seelenpendeltür.“,
drückst mir dein Herz ins Nichts links meiner Mitte
und strahlst: „Das ist der beste Platz dafür.“

Mit allen Sinnen

Dein Liebeswerben wird in meinen Strahlenblicken
gespiegelt und in leuchtend helles Licht gehüllt,
wenn sich dein Tun und mein Begehren wild verquicken,
wird unser Hunger auf das größte Glück gestillt.

In meinen Ohren werden deine Sehnsuchtslaute
gefangen und in tiefste Tiefen reflektiert,
die Lust, die sich im Flechtwerk deiner Venen staute,
wird lautstark meinem heißen Herzen injiziert.

Es dringt dein Duft wie Wachs mir durch das Hautgewebe,
tropft mir ins Herz in einem steten Intervall,
zeigt mir das Ziel für das ich tapfer kämpfend lebe,
mir bebt die Brust im nimmermüden Widerhall.

Mit zarten Händen tauchst Du meine Welt auf Erden
ins Himmelblau und schenkst ein stilles Paradies,
in dem wir eins aus zwei entflammten Herzen werden,
die Haut verbrennt im Feuersturm auf ihrem Vlies.

Auf deiner Zunge schmeckst Du meine feinsten Schuppen,
mit weichen Lippen raubst Du mir den Rest Verstand,
und deine heiß elektrisierten Fingerkuppen
versetzen mich ins sinnlichste Schlaraffenland.

Nacht der Nächte

Das Mondlicht fällt wie Silberfäden
voll Neugier durch die Fensterläden.
Ich liege wach nach schwülen Träumen
die wirrend meinen Schlaf umsäumen,

seh weiß den Mond in deinen Haaren,
sich sanft mit deiner Schönheit paaren,
kann ohnehin, seit wir uns trafen,
vor Lust und Sehnsucht kaum noch schlafen.

Schon möcht ich deine Haare fassen
dich wecken und mich spüren lassen,
da seh ich wie des Mondes Strahlen
ein Bild auf deine Schläfen malen,

dir Stirn und Nase warm umschmeicheln,
wie sittsam deine Wangen streicheln,
bevor sie weiter ziehen müssen,
um flatternd deinen Hals zu küssen.

Ich lass den Mond noch mehr entdecken,
von dir, und würde dich gern wecken,
doch soll der Reiz und das Vergnügen,
dich anzusehn mir ganz genügen.

Wie Wogen an den grünen Küsten
bricht sich das Licht an deinen Brüsten,
bestreicht die Seiten und die Spitzen
als wolle es sie ganz besitzen,

fährt über deine roten Blüten
in reinen, stillen Liebesriten,
und scheint in schüchternem Verehren
die weichen Hügel zu begehren.

Die Strahlenküsse an den Rippen
sind zart, als zehrten dürstend Lippen
von deinen feuchten Gläserschätzen,
die kosend deine Haut benetzen,

und ziehn in stummen Prozessionen
in weiter südliche Regionen,
um deinen größten Schatz zu finden
und deine Süße zu ergründen.

Der Mond steht nun am Ziel der Reise
am Himmel hoch und streichelt weise,
im Bann des sehnlichsten Erwartens
die Früchte deines Apfelgartens.

Verzückt von dieser zärtlichen Etüde,
im Herzen wirr, doch friedvoll müde,
will ich dem Bild zum Abschied winken
und seufzend in die Kissen sinken,

da spüre ich in dir ein Regen,
ein leises, inneres Bewegen,
ein Seufzen dringt aus deinen Lungen,
so wie ein Laut von Engelszungen,

zu Fingern die beim Karten Malen,
geführt vom Weg der Silberstrahlen,
am Ort, wo deine Früchte sprießen,
sich mit dem Mond zusammenschließen.

Die Knospen deiner samtnen Brüste
verraten mir geheime Lüste,
als deine Hände flink, im Reigen,
dir deinen Weg zum Himmel zeigen.

Ich sehe deinen Bauch sich heben,
wie deine Kuppen zittrig beben,
dich lustvoll tanzend heiß verwöhnen
bis sie ihr Spiel berauschend krönen.

Dein Atem stockt, und zu den Seiten
seh ich die müden Diener gleiten,
die dein Begehr erlösend lenkten
und mir die Nacht der Nächte schenkten.

Des Tages erste Lichterblitze
schaun frech durch mein Lädenschlitze,
mich will der Schlaf, nach diesem Glühen,
nun endlich in die Arme ziehen.

Noch wach im ersten Sonnenschein,
möcht ich das helle Mondlicht sein –
da wachst Du auf und schaust zu mir
und strahlst: „Ich hab geträumt von dir…“

Essenzen

Wie schmecken deine Küsse wild,
nach köstlichen Essenzen,
dein Duft ist würzig und doch mild,
voll feiner Ingredienzen.

Was sacht uns in die Lust verwebt,
ist wie ein weiches Blatt,
das zwischen uns zu Boden schwebt
und feine Härchen hat.

Dein Blick verschleiert, feucht dein Haar,
wirkst Du so weit entrückt
und dennoch ganz unfassbar nah,
dass es mich fast erdrückt.

Das Wasser spielt um deine Brust,
es dampft, es perlt und fließt,
bis unbezähmbar heiße Lust,
sich in mein Sein ergießt.

Im Kuss verbunden drehe ich,
dich tief erregt und stumm,
mit sanftem Druck, nicht zögerlich
den Atem schwer, herum.

Vom Nacken strömt der warme Strahl,
befreit und ungezähmt,
verlockend glitzernd in dein Tal,
mein Herz scheint wie gelähmt.

Du beugst Dich fügsam, ohne Zwang,
und zeigst mir, Du bist mein,
folgst still dem ungestillten Drang
und lädst mich zu dir ein.

Ich führe dich, in dir versenkt,
durch unser süßes Spiel,
in Liebe eins, von Lust gelenkt
gelangen wir ins Ziel.

Du drehst dich zu mir, schaust mich an,
suchst meinen warmen Kuss,
ich zieh dich ganz zu mir heran,
weil ich dir nah sein muss.

Jetzt schmecken deine Küsse mild,
voll süßer Ingredienzien,
doch ist dein Duft, jetzt voll und wild,
aus würzigen Essenzen.

Verknallt

Es wibbelt, es kribbelt, es hibbelt es juckt,
es zittert, es rüttelt, es schüttelt, es zuckt,
ich habe mich offenbar in dich verguckt.

Es flattert, es rattert, es schnattert, es lallt,
es plappert, es klappert, es rappelt, es hallt,
ich hab mich wohl tierisch in dich verknallt.

Es flötet, es flirtet, es flüstert, es fiept,
Es grummelt, es hummelt, es fummelt, es gibt,
ich habe mich unsterblich in dich verliebt.

Es prickelt, es fickelt, es vögelt, es poppt,
doch jetzt wird’s persönlich, drum wird hier gestoppt.

So schlecht

Auf der Seite liegen
Gesicht an Gesicht,
Bauch an Bauch,
Körper und Zungen
ineinander verschlungen
und in Dir sein,
tief, ganz tief
und spüren,
wie Du mich umfasst,
warm
weich
und feucht –

wie wir uns
nur ein wenig
bewegen
ganz dem Spüren
hingegeben
pulsierend –
Deinen Atem hören,
Dein leises Stöhnen,
wie es sich mit dem meinen
vermischt,
Dir dann
in die Augen schauen
und ihn fließen lassen
den glühenden Fluss
der Liebe

ist manchmal besser

als wildstoßend
schweratmend und nass
ekstatisch verwrungen,
und weltvergessen
die Welle der Lust
über uns zusammenbrechen
zu lassen
bis unsere Herzen
zu zerspringen scheinen –

als seien wir
Sportler
die beide glauben
die Goldmedaille
im Vögeln
verdient zu haben.

aber so schlecht
ist das bei Licht betrachtet
eigentlich auch nicht…

Sonntagsfrühstück

Ich will in Deine Augen schauen,
dir lächelnd feine Butter geben,
wir könnten Knusperbrötchen kauen,
und hoch auf Wolke Sieben schweben.

Möcht In Nutella schwelgen dürfen,
Dein Lächeln, Deine Augen sehn
mit dir Kaffee und O-Saftschlürfen,
das wäre wirklich wunderschön.

Dann will ich dein Verlangen spüren,
Du machst mich wild und lustvoll wirr,
Dich auf dem Frühstückstisch verführen,
inmitten von Kaffeegeschirr,

mit Konfitüre Dich bestreichen,
sie mit der Zunge sanft vermalen,
dann sollst Du mir den Honig reichen,
für noch mehr süße Liebsqualen.

Ich spüre Deinen Körper beben.
Du meine zarte Süßigkeit,
Du hast Dich vollends hingegeben,
nun ich bin auch für Dich bereit.

Willst meinen Zuckerguss genießen,
und ziehst mich tief in Dich hinein,
will in Dein Wogen mich ergießen,
und Deiner Lust ein Diener sein.

Zärtlich nun, dem Sog entronnen,
von Lust- und Liebesvöllerei,
lockst Du mich schon mit neuen Wonnen,
es ist noch lange nicht vorbei…

Du, ja Du, nur Du…

Ein schillernd bunter Regenbogen
strahlt nicht so farbenfroh,
und auch das Meeres kühle Wogen
erfrischen mich nicht so,

die Rose in der schönsten Röte,
hat nicht den feinen Duft,
die meisterlich geschnitzte Flöte
verzaubert nicht die Luft,

des Sommers laue Abendstunden,
wärmen nicht so sehr,
und all die Speisen, die mir munden
erfreuen mich nicht mehr,

die Liebesverse großer Dichter,
rühren mich nicht an,
des nachts die hellen Sternenlichter,
zieh’n mich nicht in den Bann,

und auch der Sonne schönstes Lachen
sowie des Waldes Ruh‘
all das kann mich nicht glücklich machen,
wie Du, ja Du, nur Du…

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