Wenn man durch das Städtchen bummelt und der Darm gar böse grummelt, sollte man zu Karstadt rennen und sich von seinem Ballast trennen. Die Mitarbeiter sind zwar fort, doch nicht – zum Glück – der stille Ort. Die Klofrau ist, das stimmt mich heiter seit heute auch noch Kaufhausleiter. Ein paar mittellose Säufer spielen Fleischwurstfachverkäufer. In der Etage für die Damen, die früher gern zum Bummeln kamen regiert, so konnte man es lesen, die Putzfrau mit dem Reisigbesen. Im Musikshop riecht’s bäuerlich und bei den Herren säuerlich. Bei den Dessous stinkt’s nach Benzol, im Souterrain mieft’s nach Karbol und beim Käse in den Tresen, dampft’s als würde was verwesen. Das Buch in dem man gerne schmökert wird von einem Typ verhökert, der vor dem großen Wirtschaftstief oft unter der Brücke schlief. Und statt der Computerkassen steh’n überall nur – Untertassen… Die Idee so doof, dass man sich kringelt, ist, dass die Kasse endlich klingelt. Das Arbeitsamt in seiner Not schickt das letzte Aufgebot. Die Leute sind zwar mäßig willig, doch Karstadt freut’s, denn sie sind billig. Und statt bei der Verkaufsanbahnung Betätigt man sich mangels Ahnung, (schließlich ist man Quereinsteiger), als vogelscheuchengleicher Schweiger. Die Kosten, das war zu erwarten, sinken in fast allen Sparten, doch geht der Umsatz immer schneller mit den Kosten in den Keller. Denn entgegen der Erwartung; der Kunde will trotz Geiz – Beratung, obwohl es ihm ,wie man erzählt, enorm am Zahlungsmittel fehlt. Schließlich hat doch jetzt der Pole volkswirtschaftlich unsre Kohle Denn gelockt vom Hungerlohn zieht die deutsche Produktion wegen viel geringrer Kosten lemmingleich in Richtung Osten. Opel droht ganz unverhohlen mit Verlagerung nach Polen. Bayer ist zwar noch nicht da, doch will man nach Malaysia, wo Siemens, das hier Leute feuert, seit Jahren den Gewinn versteuert. Da wundert sich der kleine Mann, wie das funktionieren kann. In Deutschland muss man stempeln gehn, beim Arbeitsamt um Stütze flehn, muss sich zum Hungerlohn verdingen, um seine Kinder durchzubringen. Deshalb können wohl die meisten sich Karstadt einfach nicht mehr leisten. Und die Wirtschaft stöhnt und klagt Über unsern Binnenmarkt, der ganz tief am Boden liegt weil Geiz als Volksparole siegt. So treibt man die Konsolidierung weiter mit Globalisierung, obwohl man weiß, dass Dividende füllt zuerst mal jene Hände, die von des Füllhorns schönen Gaben ja ohnehin schon reichlich haben. Man übersieht nicht unbeflissen, fast so, als würde man nicht wissen, dass man als Durchschnittsfrau und -mann Dax und Co nicht essen kann, und dass, auch wenn die Branche schnauft, ein Auto nie ein Auto kauft… |
Letzte Kommentare