Nicht alles, das auf Anhieb geht,
ist ganz des Leichtsinns unverdächtig,
oft zeigt ein Schweigen sich beredt,
sind Angst und Zweifel übermächtig.
Geht alles scheinbar wie geschmiert,
nimm dir doch Zeit, es zu betrachten,
mit etwas Abstand reflektiert,
lässt sich manch böser Geist entmachten.
Beizeit ein kleiner Schritt zurück,
heißt trotzdem hin zum Ziel zu streben,
denn ohne einen klaren Blick
zielt man zwar gut, doch oft daneben.
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Jemanden lieben heißt vor allem fragen,
zunächst den Menschen im Geschlecht zu sehen,
sich ganz entpanzert zu ihm hinzuwagen,
und im Geliebten auch zum Freund zu gehen.
Jemanden lieben heißt sich ganz entblößen,
sich gänzlich nackt dem andern zuzumuten,
zu zweit des Lebens Schnellen zu durchflößen,
und ihn, mit allem was man ist, zu fluten.
Jemanden lieben heißt es laut zu sagen,
doch auch im stillen Tun kann er verstehen,
denn selbst im Schweigen liegt ein Brückenschlagen,
und auch auf dieser Brücke kann man gehen.
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Durch dich seh ich die Welt mit tausend Augen,
seh jeden Schimmer in der schwarzen Nacht,
aus deinen Blicken kann ich Hoffnung saugen,
Du schaust auf mich, gibst sorgsam auf mich acht.
Durch dich kann ich durch jene Wände hören,
die ich mir bau zum Schutz und als Versteck,
Du bist der Weg aus meinen Nadelöhren,
in dir bekommt mein Dasein einen Zweck.
Durch dich wird meine Adamshaut empfänglich
für jede noch so leise Zärtlichkeit,
ich bin durch dich nicht weiter unzugänglich,
Du machst mir Mut und schenkst mir Sicherheit.
Durch dich ist da ein Duft im Trivialen,
ein Hauch von Übermut liegt in der Luft,
die Sonne hat mehr Licht in ihren Strahlen,
Du bist die Brücke über meine Kluft.
Durch dich kann ich aus deinen Poren lesen,
verspüre Heimatglück an deiner Haut,
mein Herz blüht auf, ich kann vom Schmerz genesen,
die Welt wird warm durch dich und urvertraut.
Durch dich liegt Einheit in den Einzelsinnen,
Fragmente fügen sich, mein Sein wird heil,
die Zeit will nicht mehr ohne Wert verrinnen,
Durch dich wird mir ein neues Glück zuteil.
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Ich lese deine Blindensprache wie mit Händen,
die leise flatternd über deine Seiten streichen.
Du hebst dich mir entgegen, und die Fragezeichen
aus all den andern in mich eingeprägten Bänden
entpuppen sich, verlieren endlich ihr Bewenden.
Die Zweifelgeister, die sich in mein Lieben schleichen,
verwehen unter Fingern, die mit deinem weichen
Papier sich paaren zu vergessenen Legenden.
Ich taste Ängste, Sorge, Mut und dein Versprechen,
stets Buch zu bleiben, lese zwischen deinen Zeilen
dein unverstelltes Ich. Ganz ohne Radebrechen
vermag es sich mir klar und deutlich mitzuteilen.
Dein Wort erstarkt mit meinen kleinen Leseschwächen
kann mich geduldig von dem Fluch der Blindheit heilen.
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Windsbraut, siehst Du in den Meereswogen,
die wild um deine weißen Wangen schäumen,
in jedem kleinen Tropfen einen Regenbogen,
gefüllt mit farbenfrohen Träumen?
Windsbraut, siehst Du in dem Schein der Sterne,
der sich bei Nacht in kalten Wellen bricht,
den trauten Leuchtturm in der Winterferne,
mit seinem leitenden Laternenlicht?
Windsbraut, spürst Du meine stillen Hände,
sie sind wie Schiffe, deine Haut ihr Meer,
bereisen dich vom Anfang bis zum Ende,
im nimmermüden, sanften Seeverkehr…
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Sag mir noch deinen Namen,
bevor Du mich gleich küsst,
damit dein heißer Samen
nicht unpersönlich ist.
Erzähl mir was von Liebe,
das jede gerne hört,
weil sonst das Spiel der Triebe
mein braves Herz verstört.
Ich bin für alles offen,
und dass ich schlafen kann,
lass mich ein bisschen hoffen,
und sag, Du rufst mich an.
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Mein Herz hab ich in deiner Brust vergessen,
als ich vor kurzem bei dir küssen war.
Ich Narr, hab mich wohl selbst an dir gefressen,
und fand das Essen wirklich wunderbar.
Von ihm beschirmt, so bin ich dir begegnet,
fand es vertraut bei dir und tröstlich warm.
Als ich dann ging, hat’s draußen nicht geregnet,
nun klafft ein Loch mir rechts vom linken Arm.
“Du gingst…”, hör ich im Pulstakt deiner Schritte,
“zu schnell durch meine Seelenpendeltür.”,
drückst mir dein Herz ins Nichts links meiner Mitte
und strahlst: “Das ist der beste Platz dafür.”
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Ikea heißt vor allen Dingen,
(wer kann davon kein Liedchen singen),
sich selbst die letzten Nerven rauben,
beim Möbelbau zum Selberschrauben.
Billy, Bonde und Konsorten,
Flüche hört man allerorten,
schmeißt man vor Wut beim Möbelstecken
sein Werkzeug wütend in die Ecken.
Am Ende geht zum Lohn der Flüche,
das Möbel baldigst in die Brüche,
zerfällt rasant in Windeseile
in hunderttausend Einzelteile.
Drum zimmern wir ein neues Glück
nicht als IKEA-Möbelstück.
Wir wollen statt zu schnell zu bauen,
auch sorgsam auf die Statik schauen,
sowie beim Kauf von Einzelteilen,
nicht allzu hastig uns beeilen,
und wollen sie mit Mut und Glauben,
ganz sicher und stabil verschrauben,
damit das Möbel, das entsteht,
auch niemals in die Brüche geht,
wodurch das Glück für immer bliebe,
und nicht nur als IKEA-Liebe…
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Du sollst mein Herz mit duftig warmen Erdenhänden,
wie Mutterboden, fest und dennoch weich umschließen,
ihm Nahrung, Wärme und das Licht der Sonne spenden,
und stets mit tiefer, niemals müder Liebe gießen.
Lass mich im Humus deiner Seele Wurzeln schlagen,
in immer wieder neu gegründeten Symbiosen,
dass wir erblühn und wundervolle Früchte tragen,
wenn sich dein warmer Schoß und meine Kraft liebkosen.
Umarmt in süßen Stunden innigster Begierden,
sind wir uns Schutz im Wind und können nicht verwehen,
bis wir entgrenzt in einem weltbefreiten Wirden,
im letzten Kuss entzweiter Einsamkeit vergehen.
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Wie tief sind mir die kleinen Pfeile,
vom Jäger Schmerz ins Herz gejagt,
und wirken dort wie schwere Keile,
bis dass es mir den Dienst versagt.
Wie wütet dieses Ungeheuer
das jeden Mitgefühls entleert,
in mir wild brennt wie Fegefeuer,
und meine Seele fast verzehrt.
Wie fließt das Gift der letzten Frage,
durch meine Blutbahn ohne Sinn,
und wie verdunkelt es die Tage,
bis ich im tiefsten Winter bin.
Ich weiß den Wert nicht dieser Wunden,
ich seh’ den Weg nicht aus dem Schmerz,
doch Du machst meine schwersten Stunden,
erträglich, und Du heilst mein Herz…
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Dich zu umarmen,
ist mein ganzes Ziel,
und dich zu halten,
an Glück fast zu viel.
Dich zu berühren,
ist mein Verlangen,
und dich zu begehren,
nimmt mich ganz gefangen.
Dich zu erobern,
mit zärtlichen Händen,
und flatternden Küssen,
das soll niemals enden.
Und mit dir zu schweben,
in den Himmel der Liebe,
es kann mich vollenden,
wenn es ewig so bliebe.
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Wenn grabentiefe Sorgenfalten
dir Schneisen in Dein Leben schlagen,
im Herzen Zweifel Einzug halten
und Ängste Deine Seele plagen,
wenn Deine Welt zerbrochen scheint,
und jede Hoffnung ohne Sinn,
dein Himmel nur noch Tränen weint,
und Mut dir fehlt zum Neubeginn,
Dann freu dich an den kleinen Dingen,
die dir des Lebens Füllhorn schenkt,
spür deine Seele leise schwingen,
wenn jemand sorgend an dich denkt.
Vertrauen wächst in vielen Stunden
will es zu großer Kraft gedeihn,
und manchmal braucht es nur Sekunden,
um es dem Untergang zu weihn.
Da soll nicht tiefe Furcht gewinnen,
die dich fast zerreißen will,
lass nicht dein Sein ins Nichts zerrinnen,
und steh nicht angstvoll zitternd still.
Such dir die Kraft aus einer Quelle,
die warm sich in dein Herz ergießt,
an einer fast geheimen Stelle,
die sich dir nicht von selbst erschließt.
Hab Mut, den Weg dorthin zu wagen,
und willst Du nicht alleine gehn,
lass dich ein Stück weit von mir tragen,
bis wir sie gemeinsam sehn.
Dann lass ich dich die letzten Schritte
zu deinem Selbst alleine tun,
und warte hier, nah Deiner Mitte,
um danach mit Dir auszuruhn…
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