Ich will dürfen, nicht nur müssen,
schmatzen, schlürfen, lüstern küssen,
doch ein jegliches Begehren
will die Welt mir stur verwehren.
Jammertal der Lustvernichtung,
Ödland schnöder Fremdverpflichtung!
Jedes noch so schöne Wollen,
ist verpönt im blöden Sollen.
Schmerzlich macht man mir bewusst:
Mensch, Du darfst nur, was Du musst!
Nur wenn dringlich an der Luft,
mich der Darm geschäftlich ruft,
und im Bauch mein Leibgericht
schmerzhaft in den Seiten sticht:
muss ich, aber darf ich nicht!
Was schreibt ihr stets für traurige Gedichte,
als sei die Welt ein ödes Jammertal,
macht schreibend alle Hoffungen zunichte
sie spende Glück, statt allzeit schwerer Qual.
Ihr schreibt von Wunden und von alten Narben
doch nicht von zarter Liebe und Genuss
betont das Leiden und das immer Darben,
lebt ohne Kraft im ewigen Verdruss.
Ach! Kommt und öffnet eure trüben Augen,
die Welt ist schön, trotz jeglicher Kritik,
mag nicht perfekt zum zweiten Himmel taugen,
doch kennt manch zauberhaften Augenblick.
Erinnert euch und wägt die vielen Tage,
erkennt im Pendel eures Glücks den Sinn.
Das Leben ist die Achse einer Waage
dreht sich für den, der will, zum Guten hin.