Archiv für die Kategorie 'Liebe'

gewählt

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Ich habe dich gewählt aus einem Meer von Sternen,
entnahm dem Glitzern das mir allerhellste Stück,
ich blickte auf und sah: alsbald nach dem Entfernen,
blieb mancher Stern verblüfft im tiefen All zurück.

Ich habe dich gewählt aus einem Meer von Fischen,
und angelte gezielt den schillerndsten heraus,
nun sehe ich die andern ihre Tränen wischen,
das sieht im Wasser jedoch etwas seltsam aus.

Ich habe dich gewählt aus einem Meer von Blüten,
doch nicht die Farbe wars, es war der süße Duft,
den ich erwählte, um ihn fortan zu behüten.
Die andern Blumen schauen schniefend in die Luft.

Ich habe deins gewählt aus einem Meer von Herzen,
es hat hat so ähnlich wie mein eigenes geklopft,
die andern stehn in einem Wald von Hoffnungskerzen,
aus deren Wachs uns Zukunft in die Liebe tropft.

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Setzlinge

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Zwei Setzlinge aus einem Kern,
doch je an andrem Platz gezogen,
so waren wir uns räumlich fern,
doch stets einander zugewogen.

Auf einmal kam der warme Wind,
und sah uns Sehnsuchtstränen weinen,
blies unsern Samen wohlgesinnt
zum gleichen Ort, uns zu vereinen.

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Jemanden lieben

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Jemanden lieben heißt vor allem fragen,
zunächst den Menschen im Geschlecht zu sehen,
sich ganz entpanzert zu ihm hinzuwagen,
und im Geliebten auch zum Freund zu gehen.

Jemanden lieben heißt sich ganz entblößen,
sich gänzlich nackt dem andern zuzumuten,
zu zweit des Lebens Schnellen zu durchflößen,
und ihn, mit allem was man ist, zu fluten.

Jemanden lieben heißt es laut zu sagen,
doch auch im stillen Tun kann er verstehen,
denn selbst im Schweigen liegt ein Brückenschlagen,
und auch auf dieser Brücke kann man gehen.

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Durch dich

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Durch dich seh ich die Welt mit tausend Augen,
seh jeden Schimmer in der schwarzen Nacht,
aus deinen Blicken kann ich Hoffnung saugen,
Du schaust auf mich, gibst sorgsam auf mich acht.

Durch dich kann ich durch jene Wände hören,
die ich mir bau zum Schutz und als Versteck,
Du bist der Weg aus meinen Nadelöhren,
in dir bekommt mein Dasein einen Zweck.

Durch dich wird meine Adamshaut empfänglich
für jede noch so leise Zärtlichkeit,
ich bin durch dich nicht weiter unzugänglich,
Du machst mir Mut und schenkst mir Sicherheit.

Durch dich ist da ein Duft im Trivialen,
ein Hauch von Übermut liegt in der Luft,
die Sonne hat mehr Licht in ihren Strahlen,
Du bist die Brücke über meine Kluft.

Durch dich kann ich aus deinen Poren lesen,
verspüre Heimatglück an deiner Haut,
mein Herz blüht auf, ich kann vom Schmerz genesen,
die Welt wird warm durch dich und urvertraut.

Durch dich liegt Einheit in den Einzelsinnen,
Fragmente fügen sich, mein Sein wird heil,
die Zeit will nicht mehr ohne Wert verrinnen,
Durch dich wird mir ein neues Glück zuteil.

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Blindensprache

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Ich lese deine Blindensprache wie mit Händen,
die leise flatternd über deine Seiten streichen.
Du hebst dich mir entgegen, und die Fragezeichen
aus all den andern in mich eingeprägten Bänden

entpuppen sich, verlieren endlich ihr Bewenden.
Die Zweifelgeister, die sich in mein Lieben schleichen,
verwehen unter Fingern, die mit deinem weichen
Papier sich paaren zu vergessenen Legenden.

Ich taste Ängste, Sorge, Mut und dein Versprechen,
stets Buch zu bleiben, lese zwischen deinen Zeilen
dein unverstelltes Ich. Ganz ohne Radebrechen

vermag es sich mir klar und deutlich mitzuteilen.
Dein Wort erstarkt mit meinen kleinen Leseschwächen
kann mich geduldig von dem Fluch der Blindheit heilen.

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versiegelt

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Ich hab die Tür leis zugemacht
sie mit dem Siegel “Stolz” beklebt,
tat es bedächtig, sacht, ganz sacht,
um nichts zu töten, das noch lebt.

Der letzte Ruf blieb ungehört,
ist nach und nach im Schwarz verhallt,
ein Duft hat mich noch kurz betört,
doch er verging, und mir war kalt.

Mein Uhrwerk hab ich neu gestellt,
ein letztes Mal dreh ich mich um,
vor mir liegt eine ganze Welt,
zurück bleibt nur ein Vakuum…

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Projektionen?!

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Ich seh in dir, was ich mir ständig schulde,
ein heller Strahlenkranz von fern geglaubtem Glück,
doch statt vom kalten Spiegel, den ich morgens nur erdulde,
fällt es aus dir zu mir als Lichterblitz zurück.

Nur will mir scheinen, dass ich dir was stehle,
wenn ich in dir den Urgrund meiner Seele spür,
lieb ich dich nur verängstigt, dass ich mich nicht mehr verfehle,
dann leb ich nur die Pflicht, und liebe nur die Kür.

Nun steh ich hier und blicke auf die Teile,
kann sie wie Inseln in des Daseins Wassern sehn,
so wie Atome, die im Molekül für eine Weile
durch dich verknüpft in tieferer Verbindung stehn.

Geh bitte nicht! Ich will nicht mehr alleine,
ein halbes Ich sein, das ein seltsam halbes Leben lebt,
nimm deinen Mut und deine Kraft und knüpfe sie an meine,
weil meine Sehnsucht in dir nach Erfüllung strebt.

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Reise

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Du schaust mich an und flüsterst leise:
“Komm! Küss mich sanft, und halt mich fest.
Dann nimm mich mit auf eine Reise,
die mich die Welt vergessen lässt.”

Ich seh dich an und lächle leise:
“Weil Du für mich die Liebe bist,
geh ich mit dir auf diese Reise,
bei der das Ziel ein Anfang ist…”

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Sternenblütenseidenhaut

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Deine Augen heißen Sterne,
deine Lippen könnten Blüten sein,
in tiefster Nacht aus großer Ferne,
erstrahlt ihr Rot im hellen Sternenschein.

Deine Haare weich wie Seide,
golden schimmert deine feine Haut,
Dein Körper eine Sommerweide,
nie hab ich derart Schönes angeschaut.

Seh ich deine sanften Züge,
scheinen meine Worte ohne Wert,
doch auch, wenn ich dir nicht genüge,
find ich dich mehr als nur begehrenswert…

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