Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Kategorie: Liebe (Seite 1 von 8)

Meine Liebesgedichte

Feierabend

Der Tag neigt sich dem Ende zu,
die Nacht bricht gar zu bald herein,
mein Hirn, es legt sich jetzt zur Ruh,
mein Glied ist nun allein.

Der Wahnwitz packt mich rabiat,
mein Jekyll schläft, es wacht der Hyde
und hinter meiner Hosennaht
regt dumpf sich Lüsternheit.

Was ich nun tu? Weiß nicht genau,
wie ich es wirksam sublimier,
und mangelt es an einer Frau,
betäub ich es mit Bier.

Die alles entscheidende Frage

Der Mann, die Frau, wie sonderbar,
sie werden manches Mal ein Paar,
was ich doch ziemlich komisch find,
weil sie so sehr verschieden sind.

Der Mann trägt einen Wurmfortsatz,
die Frau hat einen Frauenschatz
und beide sind, wie wundervoll
recht kompatibel. Das ist toll.

Wenn da nur nicht die Liebe wär.
Sie macht es den Geschlechtern schwer:
Schon bald ist, was noch unten passt,
sich obenrum total verhasst.

Drum hör: Obwohl ich dich sehr mag,
will ich nur einen Werkvertrag,
befristet und mit Mehr-Option
bei steter Lust und Emotion.

Ich frage dich, geliebtes Weib,
bist Du mein süßer Zeitvertreib,
für eine festgelegte Frist,
nach der man wieder Single ist,

es sei denn, man kommt überein,
die Welt ist öde, ganz allein
und einigt sich auf noch mehr Zeit
am Tisch, im Bett, verliebt zu zweit?

So bitt ich dich um Herz und Hand,
um Geld und Busen und Verstand,
und hoffe Du bist immer da
für mich. Dann sag vernehmlich „Ja“.

Deinem Duft

Deinem DuftWie könnte ich den Zauber fliehen,
den Du auf meine Tage legst,
kann mich dem Wunder nicht entziehen,
mit dem Du meine Welt bewegst.

Zu Hause steh ich vor dem Spiegel
und frage mich die ganze Zeit,
warum hab ich nur keine Flügel,
ist doch der Weg zu dir so weit.

Ich geh und schlage meinen Kragen
nach oben in der kalten Luft,
so lang mich meine Füße tragen
folg ich im Dunkel deinem Duft.

Nirgendwo

Die Tür macht Bumm
Ich dreh mich um
Ich geh zurück
Und schau herum
Es fehlt ein Stück
Von meinem Glück

Ich schlucke stumm
Ich bin so voll
Und fühl mich leer
Da ist kein Groll
Doch ist es schwer.
Vermiss dich sehr.

Ich seh ringsum
Nur dein Gesicht
Und spür die Kluft
Da bist Du nicht
Riech deinen Duft
Noch in der Luft

Ich frag warum
Bist Du nicht da
Du fehlst mir so
Und bist doch nah
Ich ruf Hallo
Ins Nirgendwo

Ohne dich

Ohne dichBin ohne dich ein Himmel ohne Sterne.
Ich bin ein Körper, der sein Herz vermisst.
Du bist mein Licht, doch leuchtest in der Ferne,
in einer Welt, die mir verschlossen ist.

Bin wie ein Ozean, der ohne Leben
zu einem sinnentleerten Wasser wird,
bin eine Seele, die in dem Bestreben,
dich zu berühren durch ihr Dasein irrt.

Ich bin dir nah in meinem tiefsten Sehnen,
dich sanft zu streicheln, bleibt mir nur das Wort,
die Zeit allein scheint sich ins Nichts zu dehnen,
drum küss ich dich im Traum an jenem Ort.

Mit der Zeit

Wenn Du jetzt gehst, zerspringt das All in abertausend Stücke,
die Sterne stürzen sterbend aus dem Schwarz der warmen Nacht,
zerschellen klirrend auf den letzten Metern unsrer Brücke,
ich falle kopflos, wie aus einem Fiebertraum erwacht.

Das Bodenlose scheint mir letzte Heimat ohne Seele
in der ich jetzt und alle Ewigkeit gefangen bin.
Der Durst nach deiner Nähe brennt wie Feuer in der Kehle,
die Lust auf deine Haut vernebelt traurig meinen Sinn.

Ich spür den Aufschlag nicht auf diesem Ozean der Scherben,
bin fast betäubt vom Schmerz, der wie ein Sturmwind in mir tost,
kann ohne dich nicht leben und will ohne dich nicht sterben,
find weder Linderung noch irgendeine Form von Trost.

Ich schließe meine Augen, seh dein Lachen und ich träume,
Du wärst bei mir mit deiner uferlosen Zärtlichkeit,
durchstreif auf Strernensplitterböden suchend leere Räume,
doch finde nur Gedanken, die verblassen mit der Zeit.

Chaos, Sonne

Du bist das Chaos, aber auch die Sonne.
Du bist die Wirrnis, aber auch ein Ziel.
Ich bin der schwere Denker in der Tonne
Ich bin der Kopf mit Angst vor dem Gefühl.

Wir hatten wirklich sehr besondre Tage
gemischt mit Zweifeln, aber wunderschön,
wär’s sehr vermessen, wenn ich frage,
ob wir uns mal auf einen Kaffee sehn?

Ich habe seinerzeit zuviel geschwiegen
hab stets gedacht, wenn Du mich nicht befragst,

wenn wir so warm in unsern Kissen liegen,
dann, weil Du dir aus Angst ein Mehr versagst,

von dem Du glaubst, es würde dich verbiegen,
obwohl Du sonst doch nur Gespenster jagst.

Zyklus (Abschied und Wiederkehr)

Abschied

Die Häuser tragen heute keine Farben.
Ihr Antlitz fließt, verschwimmt mit dem Asphalt.
Sie tragen Trauer. Mauern starr und kalt,
Die Gärten nackt, als wenn sie jüngst verbarben,

so liegt die Straße mit den Pfützennarben
wie tot – ein kaum belebter Sachverhalt.
Nur eine fest vermummte Scheingestalt
durchstreift die warmen Schatten, die verstarben,

als Du mich küsstest und mir noch im Gehen
ein Lächeln schenktest, dass mich schmerzend traf.
Ich war gelähmt, hing mit der Tür im Rahmen,

und ließ, was war, wie fremd mit mir geschehen,
bis mir in diesem trauerschweren Schlaf,
in einem Akt der Kraft die Tränen kamen.

Wiederkehr

Die Häuser schmücken kunterbunte Fahnen.
Ihr Antlitz strahlt, wie lüstern lacht die Stadt.
Die Bäume grünen, Gärten leuchten satt.
Die Luft schmeckt süß und marzipanen,

Im Licht der Sonne glänzen cellophanen
die letzten Pfützen. Menschen gehen matt
doch fröhlich Ihren Werken nach. Es hat
der Tag ein flüsterleises Dich erahnen,

Das ich kaum greifen kann. Ein tiefes Sehnen
Erfüllt mein Herz mit Lust und geisterhaft
mit Freude, dich zu sehn. In meinen Fasern,

wie auch im wirren Flechtwerk meiner Venen,
verweht der Schmerz und eine frische Kraft
will meine Haut mit deiner Liebe masern.

Nie mehr

Nun keimt in mir, was ich schon lange heimlich spüre,
von dem ich niemals glaubte, dass es wirklich lebt.
Doch ist so stark, was durch dein Dasein aus mir strebt,
dass ich mein Leben seither lächelnd anders führe.

Du kamst in jener Nacht und tratst durch meine Türe,
Ich war beseelt, von deiner Schönheit ganz durchwebt.
Nun fühl ich, wie mein Herz erschüttert ist und bebt,
Wenn ich dein ganzes Du mit meinem Ich berühre.

Ich weiß genau, dass in den achtzig Jahren Leben
Das Glück oft kommt und wieder mit dem Wind verweht,
Dass all die schönen Dinge viel zu schnell entschweben,

Wenn man durch Angst entmutigt vor dem Wunder steht.
Drum glaube mir, ich kann und will dir alles geben
Damit die Liebe zwischen uns nie mehr vergeht.

Dein Blick, der mir vertraut

Der Morgen graut.
Mit meinem ersten Wimpernschlagen
Spür ich dich warm in meinem Bauch.

Mein Herz schlägt laut,
Pocht oben hoch bis mir zum Kragen,
Und weiter unten pocht es auch.

Auf meiner Haut
Bestreicht mich voller Wohlbehagen
Der Duft in deinem Atemhauch.

Und was ich brauch,
Um mich durch meinen Tag zu tragen,
Ist nur dein Blick, der mir vertraut.

Magellan

Dein Haar liegt schwarz in einem Meer von Kissen
Es treibt im gleißend hellen Ozean.
Mich ruft die See, ich will die Klüver hissen,
Beseelt wie ein verwirrter Magellan.

Wohlan! ich steige in die vollen Segel,
Lass warmen Wind um meine Nase wehn,
Mein Kurs folgt keiner festgelegten Regel,
Will nur am Ziel in deine Augen sehn.

„Wo bleibst Du?“, höre ich die Wellen säuseln,
Dein Name schreibt sich sanft ins Himmelblau,
Ich seh dein Bild in Laken, die sich kräuseln,
Wenn ich betört ins Weiß der Wellen schau.

Da wachst Du auf und lächelst warm verschlafen.
Du lädst mich ein: „Komm her, ich bin dein Hafen!“

Sehnsucht

Sehnsucht…
Und die Zeit verrinnt
Wie Harz an seinem Baum.
Und wenn wir dann zusammen sind,
Verfliegt sie wie im Traum.

Ach könnte ich die Regel drehn,
Die traurig ich beklag,
Dann wär die Zeit, bis wir uns sehn,
Ein schöner Wimpernschlag.

Und jede Stunde unsrer Zeit,
Die zärtlich uns betört,
Sie dehnt sich in die Ewigkeit
Bis uns die Welt gehört.

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