Durch dich seh ich die Welt mit tausend Augen,
seh jeden Schimmer in der schwarzen Nacht,
aus deinen Blicken kann ich Hoffnung saugen,
Du schaust auf mich, gibst sorgsam auf mich acht.
Durch dich kann ich durch jene Wände hören,
die ich mir bau zum Schutz und als Versteck,
Du bist der Weg aus meinen Nadelöhren,
in dir bekommt mein Dasein einen Zweck.
Durch dich wird meine Haut empfänglich
für jede noch so leise Zärtlichkeit,
ich bin durch dich nicht weiter unzugänglich,
Du machst mir Mut und schenkst mir Sicherheit.
Durch dich ist da ein Duft im Trivialen,
ein Hauch von Übermut liegt in der Luft,
die Sonne hat mehr Licht in ihren Strahlen,
Du bist die Brücke über meine Kluft.
Durch dich kann ich aus deinen Poren lesen,
verspüre Heimatglück an deiner Haut,
mein Herz blüht auf, ich kann vom Schmerz genesen,
die Welt wird warm durch dich und urvertraut.
Durch dich liegt Einheit in den Einzelsinnen,
Fragmente fügen sich, mein Sein wird heil,
die Zeit will nicht mehr ohne Wert verrinnen,
Durch dich wird mir ein neues Glück zuteil.
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Ich lese deine Blindensprache wie mit Händen,
die leise flatternd über deine Seiten streichen.
Du hebst dich mir entgegen, und die Fragezeichen
aus all den andern in mich eingeprägten Bänden
entpuppen sich, verlieren endlich ihr Bewenden.
Die Zweifelgeister, die sich in mein Lieben schleichen,
verwehen unter Fingern, die mit deinem weichen
Papier sich paaren zu vergessenen Legenden.
Ich taste Ängste, Sorge, Mut und dein Versprechen,
stets Buch zu bleiben, lese zwischen deinen Zeilen
dein unverstelltes Ich. Ganz ohne Radebrechen
vermag es sich mir klar und deutlich mitzuteilen.
Dein Wort erstarkt mit meinen kleinen Leseschwächen
kann mich geduldig von dem Fluch der Blindheit heilen.
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Ich hab die Tür leis zugemacht
sie mit dem Siegel “Stolz” beklebt,
tat es bedächtig, sacht, ganz sacht,
um nichts zu töten, das noch lebt.
Der letzte Ruf blieb ungehört,
ist nach und nach im Schwarz verhallt,
ein Duft hat mich noch kurz betört,
doch er verging, und mir war kalt.
Mein Uhrwerk hab ich neu gestellt,
ein letztes Mal dreh ich mich um,
vor mir liegt eine ganze Welt,
zurück bleibt nur ein Vakuum…
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Ich seh in dir, was ich mir ständig schulde,
ein heller Strahlenkranz von fern geglaubtem Glück,
doch statt vom kalten Spiegel, den ich morgens nur erdulde,
fällt es aus dir zu mir als Lichterblitz zurück.
Nur will mir scheinen, dass ich dir was stehle,
wenn ich in dir den Urgrund meiner Seele spür,
lieb ich dich nur verängstigt, dass ich mich nicht mehr verfehle,
dann leb ich nur die Pflicht, und liebe nur die Kür.
Nun steh ich hier und blicke auf die Teile,
kann sie wie Inseln in des Daseins Wassern sehn,
so wie Atome, die im Molekül für eine Weile
durch dich verknüpft in tieferer Verbindung stehn.
Geh bitte nicht! Ich will nicht mehr alleine,
ein halbes Ich sein, das ein seltsam halbes Leben lebt,
nimm deinen Mut und deine Kraft und knüpfe sie an meine,
weil meine Sehnsucht in dir nach Erfüllung strebt.
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Du schaust mich an und flüsterst leise:
“Komm! Küss mich sanft, und halt mich fest.
Dann nimm mich mit auf eine Reise,
die mich die Welt vergessen lässt.”
Ich seh dich an und lächle leise:
“Weil Du für mich die Liebe bist,
geh ich mit dir auf diese Reise,
bei der das Ziel ein Anfang ist…”
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Deine Augen heißen Sterne,
deine Lippen könnten Blüten sein,
in tiefster Nacht aus großer Ferne,
erstrahlt ihr Rot im hellen Sternenschein.
Deine Haare weich wie Seide,
golden schimmert deine feine Haut,
Dein Körper eine Sommerweide,
nie hab ich derart Schönes angeschaut.
Seh ich deine sanften Züge,
scheinen meine Worte ohne Wert,
doch auch, wenn ich dir nicht genüge,
find ich dich mehr als nur begehrenswert…
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Ich reiße die Zeit
in hauchfeine Streifen,
verziere dein Kleid
mit schneeweißen Schleifen.
Ich krümme den Raum
und forme ein Kissen
aus luftigem Flaum,
um dich drauf zu küssen.
Ich reiße dein Kleid
in hauchfeine Streifen,
verflechte die Zeit.
zu Möbiusschleifen.
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Dir hoch im Lebensbaum haust eine Schlange,
ihr Gift netzt deine Alabasterhaut.
Von Lust verwirrt hab ich an deiner Wange
ihr leises Züngeln spät, zu spät durchschaut.
Aus deinen Früchten fließt der Saft der Sünde,
ich hab ihn zärtlich küssend aufgesaugt.
War haltlos. Jenseits aller Vorsichtsgründe
hat Liebe meinen Willen ausgelaugt.
Betört vom Honigduft der zarten Hülle
nach Eros schlug in mir der stolze Pfau
ein Rad, doch seine blaue Augenfülle,
verfing sich liebestoll im Sonnentau.
Vertan! Ich habe meine Wahl getroffen,
mich blind am wieder falschen Schoß berauscht,
zuviel gewagt, um nicht mehr bang zu hoffen,
und meine Seele für das Nichts getauscht.
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Wir spannten unser Zelt auf eine Wanderdüne,
dort liebten wir uns einen Sommer lang,
beschauten still das Meer von jener Sandtribüne
und küssten uns zum sanften Wellenklang.
Die Sonne brannte all ihr Licht auf unsre Leiber,
sie kühlte uns die heiß geliebte Haut,
war Regisseur, sowie zugleich auch Drehbuchschreiber,
sie ließ uns spielen und hat zugeschaut.
Der Sommertraum verging und mit ihm deine Liebe,
das Zelt versank im weichen Dünensand,
noch während ich den warmen Grund nach dir durchsiebe,
schaust Du bereits vom Meer zu mir aufs Land.
Ich blicke auf das Wasser und die Glitzerwellen,
das Herbstlicht spielt mir lächelnd einen Streich,
dein zartes Antlitz will sich meinem zugesellen,
ein letzter Kuss haucht meine Lippen weich.
Du winkst, und mit der Sonne geht der schöne Zauber,
versinkt im Meereswogenkräuselblau,
im Gehen klopf ich seufzend meine Kleider sauber,
und sehne mich nach meiner Meerjungfrau.
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