Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Tag: Heimat

Weihnacht Heimat

Schon wieder ist ein Jahr gegangen,
Die Welt macht sich zum Fest bereit,
und rotgefärbte Kinderwangen
sind voller Hoffnung, dass es schneit.

Die Nacht ist still und tausend Sterne
Erleuchten hell das Himmelszelt.
Sie wärmen uns trotz ihrer Ferne
Die Herzen und die Winterwelt.

Der Baum beherbergt die Geschenke,
Ein jeder Tisch ist reich gedeckt,
Die Speisen edel, die Getränke
So fein, dass es nach Himmel schmeckt.

Doch ist mit all den schönen Gaben,
Mit denen uns die Zeit verzückt,
Und all der Freude, die wir haben,
Nicht jeder Mensch zugleich beglückt.

Das Herz der Weihnacht heißt auch teilen,
Und jenen, die zum Fest allein
Nach Furcht und Flucht jetzt bei uns weilen,
soll Heimat unsre Gabe sein.

Auf einem fernen Planeten

Ich bin geboren auf einem mir fernen Planeten.
Mir brennt seine Luft wie ätzendes Gas in den Lungen.
Sie frisst sich ins Blut, zersetzt meine brüchigen Venen.
Inmitten der Wüste friste ich traurige Stunden.

Ich trotze vermummt den schneidenden, eisigen Winden.
Mein Herz stellt sich tapfer dem Kanon steter Gefahren,
den Feinden, bewaffnet mit Speeren, Schwertern und Schilden.
So flutet mir bleiern die Angst den knurrenden Magen.

Mein Rüstzeug wiegt schwer auf langsam erlahmenden Schultern.
Das Rückgrat ist krumm vom Stolz und Gewicht der Standarte.
Ich taumle voran, die Wehmut wie Öl in den Muskeln
und folge dem Trug von Wärme im schützenden Hafen.

Ich bin auf einem mir fernen Planeten geboren.
Auf Suche nach Liebe und Glück im Herzen der Fremde
bin ich entwurzelt und angstvoll durchs Leben gezogen,
doch fand ich statt Wahrheit und Heimat nichts als nur Menschen.

© 2017 Terrabella

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