Archiv für das Tag 'Liebe'

Silberschatten

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Du schälst dich leuchtend aus den fern gemalten Silberschatten,
da wo mein Blick sich bündelt und mein Ich sich neubesinnt,
am Horizont von Träumen, die sich stets zerschlagen hatten,
im Sand des Lebens, der zu schnell durch Menschenhände rinnt.

So wie ein Fenster öffnet sich mein Herz, schlägt endlich freier,
die Trutzburg um mein Selbst zerfällt zu buntem Blütenstaub.
Er schwebt zu Boden wie ein sanft gewebter Hoffnungsschleier,
zu Sinn vermählt mit Humus aus verwelktem Espenlaub.

Mein Blick verschmilzt mit deinen weich umrissenen Konturen,
die Nase bebt, belebt vom Federschwung in deinem Haar,
ich lese hinter dir aus in den Sand geprägten Spuren,
dass jeder Schritt ganz sorgsam zu mir hingeflüstert war.

Schon hast Du einen Fuß und eine Hand in meinem Leben,
Dein Duft und deine klare Stimme sind schon ganz bei mir,
ich zieh dich an mich, um dich niemals wieder herzugeben,
umarme dich und sag: „Bleib, wenn Du magst für immer hier…“

Ein Kommentar

klassisches Liebesgedicht

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A a a a a a a Herz
o o o o o o o leben
a a a a a a a Schmerz
o o o o o o o beben.
 
A a a a a a a Glück
o o o o o o o spüren
a a a a a a a zurück
o o o o o o o führen.
 
A a a a a a a mild
o o o o o o o Liebe
a a a a a a a wild
o o o o o o o Triebe.
 
A a a a a a a hart
o o o o o o o müssen
a a a a a a a zart
o o o o o o o küssen.
 
A a a a a a a mich
o o o o o o o nimmer
a a a a a a a dich
o o o o o o o immer.  

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Vor dem Telefon

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Warum nur quälen wir uns derart mit der Liebe,
wieso tun wir uns damit so unendlich schwer?
Liegt’s an den Genen, an der Umwelt? Sind’s die Triebe?
Ich weiß es nicht, mir fehlt ein Anhaltspunkt bisher.

Was braucht es denn viel mehr, als zwei verwandte Seelen,
Begehren, das Gespräch, Behut- und Achtsamkeit?
Wieso scheint, wenn schon alles da ist, was zu fehlen?
Wird man zu anspruchsvoll und schwierig mit der Zeit?

Ich wünschte, jemand gäbe Antwort auf die Fragen,
ich quäle mich, und während kostbar Zeit verrinnt,
bedaure ich mein Schicksal, hör nicht auf zu klagen,
statt drum zu kämpfen, dass wir wieder glücklich sind.

Ein Anruf nur, ein Wort, ein Zeichen von Vertrauen,
der feste Glaube, durch die Liebe wird es gut,
doch meine fremde Hand kann immer nur zerhauen,
zum Bauen fehlt es ihr an Kraft und mir an Mut.

Verflixt, verflucht, ich kann es immer noch nicht fassen.
Blockiert durch eine Art von lächerlichem Stolz,
kann ich den sturen Groll in mir nicht fallen lassen,
sitz hier gelähmt, wie ein geschnitzter Troll aus Holz.

Was bringt es, wenn ich weiter zaudere und zage,
ich bin nicht Maulwurf oder Maus, ich bin ein Mann!
Mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage:
“Ich liebe dich. Es tut mir Leid.” Ich ruf jetzt an!

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Ziellos

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Was Du kannst, das willst Du nicht,
was Du willst, das kannst Du nicht.
Was Du musst, soll ganz allein
Inhalt Deines Lebens sein.

Was Du suchst, das kriegst Du nicht,
was Du kriegst, das suchst Du nicht.
All die Dinge, die Du hast,
sind statt Freude, Dir nur Last.

Was Du liebst, das mag Dich nicht,
was Dich mag, das liebst Du nicht,
bis Du Dir ganz sicher bist,
dass Dein Glück unmöglich ist.

Sterben willst Du jetzt noch nicht,
Leben kannst Du scheinbar nicht.
Ziellos fährt Dein Lebensboot,
denn des Käptns Herz ist tot.

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Hoffnungsscheite

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Ich sah in dir die Hoffnungsscheite,
das letzte Zündholz und die sommerwarme Nacht.
Doch erst, als ich mich von dem Bild,
und dich von seiner Last befreite,
hast Du mit mir das Feuer unsres Glücks entfacht.

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Reisefieber

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Hab Reisefieber, seit ich dich getroffen,
ich schnür mein Bündlein, doch mein Ziel ist offen.
Ich packe pfeifend meine Siebensachen,
Geduld, Begehren, Kraft und Mut, mein Lachen,
Vertrauen, Lust und Liebe ohne Schranken.
Ach, das sind acht? Ich will dem Schicksal danken,
und wär am Ende wirklich nicht verwundert,
fänd ich, bevor der Koffer voll ist, hundert.

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Jemanden lieben

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Jemanden lieben heißt vor allem fragen,
zunächst den Menschen im Geschlecht zu sehen,
sich ganz entpanzert zu ihm hinzuwagen,
und im Geliebten auch zum Freund zu gehen.

Jemanden lieben heißt sich ganz entblößen,
sich gänzlich nackt dem andern zuzumuten,
zu zweit des Lebens Schnellen zu durchflößen,
und ihn, mit allem was man ist, zu fluten.

Jemanden lieben heißt es laut zu sagen,
doch auch im stillen Tun kann er verstehen,
denn selbst im Schweigen liegt ein Brückenschlagen,
und auch auf dieser Brücke kann man gehen.

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Durch dich

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Durch dich seh ich die Welt mit tausend Augen,
seh jeden Schimmer in der schwarzen Nacht,
aus deinen Blicken kann ich Hoffnung saugen,
Du schaust auf mich, gibst sorgsam auf mich acht.

Durch dich kann ich durch jene Wände hören,
die ich mir bau zum Schutz und als Versteck,
Du bist der Weg aus meinen Nadelöhren,
in dir bekommt mein Dasein einen Zweck.

Durch dich wird meine Adamshaut empfänglich
für jede noch so leise Zärtlichkeit,
ich bin durch dich nicht weiter unzugänglich,
Du machst mir Mut und schenkst mir Sicherheit.

Durch dich ist da ein Duft im Trivialen,
ein Hauch von Übermut liegt in der Luft,
die Sonne hat mehr Licht in ihren Strahlen,
Du bist die Brücke über meine Kluft.

Durch dich kann ich aus deinen Poren lesen,
verspüre Heimatglück an deiner Haut,
mein Herz blüht auf, ich kann vom Schmerz genesen,
die Welt wird warm durch dich und urvertraut.

Durch dich liegt Einheit in den Einzelsinnen,
Fragmente fügen sich, mein Sein wird heil,
die Zeit will nicht mehr ohne Wert verrinnen,
Durch dich wird mir ein neues Glück zuteil.

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Blindensprache

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Ich lese deine Blindensprache wie mit Händen,
die leise flatternd über deine Seiten streichen.
Du hebst dich mir entgegen, und die Fragezeichen
aus all den andern in mich eingeprägten Bänden

entpuppen sich, verlieren endlich ihr Bewenden.
Die Zweifelgeister, die sich in mein Lieben schleichen,
verwehen unter Fingern, die mit deinem weichen
Papier sich paaren zu vergessenen Legenden.

Ich taste Ängste, Sorge, Mut und dein Versprechen,
stets Buch zu bleiben, lese zwischen deinen Zeilen
dein unverstelltes Ich. Ganz ohne Radebrechen

vermag es sich mir klar und deutlich mitzuteilen.
Dein Wort erstarkt mit meinen kleinen Leseschwächen
kann mich geduldig von dem Fluch der Blindheit heilen.

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Mythos

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Dir hoch im Lebensbaum haust eine Schlange,
ihr Gift netzt deine Alabasterhaut.
Von Lust verwirrt hab ich an deiner Wange
ihr leises Züngeln spät, zu spät durchschaut.

Aus deinen Früchten fließt der Saft der Sünde,
ich hab ihn zärtlich küssend aufgesaugt.
War haltlos. Jenseits aller Vorsichtsgründe
hat Liebe meinen Willen ausgelaugt.

Betört vom Honigduft der zarten Hülle
nach Eros schlug in mir der stolze Pfau
ein Rad, doch seine blaue Augenfülle,
verfing sich liebestoll im Sonnentau.

Vertan! Ich habe meine Wahl getroffen,
mich blind am wieder falschen Schoß berauscht,
zuviel gewagt, um nicht mehr bang zu hoffen,
und meine Seele für das Nichts getauscht.

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Zuversicht

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Streich mir die Liebe in die Poren,
doch tu es sanft und ohne Hast,
ich habe meine wohl verloren,
obwohl wir sie uns damals schworen,
vielleicht hab ich nicht aufgepasst
und sie ist unterwegs erfroren.

Erwärme mich mit deinem Lachen,
bevor mein Herz vor Kälte bricht,
ich will das Feuer neu entfachen,
und möchte neben dir erwachen,
in liebevoller Zuversicht.

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Wo sie liegen soll

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Wo sie jetzt liegen soll,
da liegt sie nicht,
wo sie jetzt sein soll, klafft ein Loch.
Ein Nichts bricht aus,
mit kalter Leere voll,
schluckt alles warme Licht.

Doch hier im leeren Haus,
da spüre ich ihr Dasein noch.

Wo sie jetzt liegen soll,
da liegt sie doch,
wo sie jetzt sein soll, ist ihr Ort.
Mein Herz läuft aus,
doch ist mit Liebe voll -
und schlägt trotz Schmerzen noch.

Sie ist nur aus dem Haus,
und nicht aus meiner Mitte fort…

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