Terrabella

Gedichte gegen das Alltagsgrau...

Kategorie: Liebe (Seite 2 von 8)

Ikarus

Noch nie hab ich so was gefühlt,
ich war mir selbst darin so fremd,
noch nie war ich so aufgewühlt,
so stumm, so schüchtern, so gehemmt.

Womöglich war es nur ein Kuss,
bei Nachtmusik und Kerzenlicht
der wirklich nichts bedeuten muss
das frag ich mich und weiß es nicht.

Was gestern war, ist heut vorbei.
Und was geschah, war nur ein Traum?
Bin ich jetzt einsam oder frei?
Vielleicht in einem Zwischenraum?

Hat diese Nacht denn einen Sinn,
den ich allein ergründen muss?
Liegt mehr als schöner Schein darin?
Wohl kaum. Es war doch nur ein Kuss.

Und ich? Ich war dein Ikarus…

Im Flug

Dein Kuss hat mich im Flug erreicht,
ich spür ihn süß auf meiner Haut,
er ist so zart, so luftig leicht,
hat meinen Panzer aufgetaut.

Ich fühle ihn als sanften Hauch,
der über meine Poren streicht,
mir auf dem Mund, der Brust, dem Bauch,
dem Flügelschlag der Feen gleicht.

Im Hafen

Ich schaffe mich an dir,
an deiner Haut will ich mich häuten,
und suche ich ein Schlafquartier,
erhört dein Herz mein stummes Läuten.

Auf deiner Netzhaut will
ich sanft in deinen Tränen treiben,
in deine Tiefe tauchen, still
dir Verse in die Seele schreiben,

Du bist mein Nachtgewand,
spielt warm der Wind in deinen Falten,
dann ist’s, als streichelt deine Hand
mein Sein in tausend Urgestalten.

Im Hafen deiner Stadt,
lass ich den letzten Anker fallen,
dein Licht macht meine Augen satt,
mein Schmerz kann leis in dir verhallen.

Silberschatten

Du schälst dich leuchtend aus den fern gemalten Silberschatten,
da wo mein Blick sich bündelt und mein Ich sich neubesinnt,
am Horizont von Träumen, die sich stets zerschlagen hatten,
im Sand des Lebens, der zu schnell durch Menschenhände rinnt.

So wie ein Fenster öffnet sich mein Herz, schlägt endlich freier,
die Trutzburg um mein Selbst zerfällt zu buntem Blütenstaub.
Er schwebt zu Boden wie ein sanft gewebter Hoffnungsschleier,
zu Sinn vermählt mit Humus aus verwelktem Espenlaub.

Mein Blick verschmilzt mit deinen weich umrissenen Konturen,
die Nase bebt, belebt vom Federschwung in deinem Haar,
ich lese hinter dir aus in den Sand geprägten Spuren,
dass jeder Schritt ganz sorgsam zu mir hingeflüstert war.

Schon hast Du einen Fuß und eine Hand in meinem Leben,
Dein Duft und deine klare Stimme sind schon ganz bei mir,
ich zieh dich an mich, um dich niemals wieder herzugeben,
umarme dich und sag: „Bleib, wenn Du magst für immer hier…“

Im Sternenschein

Du bist Geschenk,
behutsam zieh ich an der Schleife.
Wie still sie in den Schatten fällt.
Erregt und seltsam schüchtern streife
ich das Geflecht von deiner Welt.

Fast bin ich bang,
ich könnte deine Haut verletzen,
als ich dich zittrig beben spür.
Ich öffne dich. Da ist kein Hetzen,
wir haben Raum und Zeit dafür.

Du schaust mich an,
ich schiebe meine starken Hände
sanft unter dein Geschenkpapier,
durchstreife streichelnd dein Gelände
und suche deine Herzenstür.

Da ist sie schon,
ich spüre dich zerfließen
so wie ein Rinnsal im Gestein.
Die Zweifel, die dich zaudern ließen
vergehn beim Kuss im Sternenschein.

Rückwärts durch die Zeit

Weißt Du noch, als wir uns das erste Mal liebten,
im Herz der Dünen, die das Salz der Meere säumen,
wie wir das Gold der Liebe aus dem Zeitstrom siebten,
um es ins Stundenglas des Glücks hineinzuträumen?

Weißt Du noch, als wir uns das erste Mal küssten?
Du warst die Seufzerbrücke unter meinen Händen.
Ich zog dich langsam aus, in zärtlichem Entrüsten,
so wie Du mich. Ich sollte mich nun auch verpfänden.

Weißt Du noch, als wir uns das erste Mal trafen?
Wir waren Seelenboote auf den Schicksalsmeeren.
Bald lagen wir vertäut im warmen Dünenhafen,
in einem sanften Wind voll Sehnsucht und Begehren.

klassisches Liebesgedicht

A a a a a a a Herz
o o o o o o o leben
a a a a a a a Schmerz
o o o o o o o beben.
 
A a a a a a a Glück
o o o o o o o spüren
a a a a a a a zurück
o o o o o o o führen.
 
A a a a a a a mild
o o o o o o o Liebe
a a a a a a a wild
o o o o o o o Triebe.
 
A a a a a a a hart
o o o o o o o müssen
a a a a a a a zart
o o o o o o o küssen.
 
A a a a a a a mich
o o o o o o o nimmer
a a a a a a a dich
o o o o o o o immer.  

Mit zarter Hand

Die Nacht ist schwarz, schwarz wie die Nacht,
ich kenne keine größre Schwärze,
allabendlich senkt sie sich sacht
in meinen Sinn.
Nur eine kleine Kerze
steht still darin.

Ihr Licht strahlt hell, hell wie das Licht,
ich kenne wohl kein schönres Strahlen.
Wenn leis ihr Schein das Dunkel bricht,
seh an der Wand
ich es dein Antlitz malen,
mit zarter Hand.

Erfahrungssache

Hörst Du die Zeit im Ticken einer Uhr,
siehst Du den Wind im zitternden Geäst?
Was Du da wahrnimmst ist doch immer nur,
die Art wie sich ihr Wesen spüren lässt.

Woran jedoch lässt sich die Liebe sehn?
An einer Tat, der Miene, einem Kuss?
Lässt sie die Uhr ein wenig anders gehn,
hat einen ganz speziellen Habitus?

Ich glaube nicht, dass man sich je erklärt,
was Liebe tief in ihrem Wesen ist,
doch scheint mir sehr, dass jener mehr erfährt,
der selber liebt und den Geliebten küsst.

Vor dem Telefon

Warum nur quälen wir uns derart mit der Liebe,
wieso tun wir uns damit so unendlich schwer?
Liegt’s an den Genen, an der Umwelt? Sind’s die Triebe?
Ich weiß es nicht, mir fehlt ein Anhaltspunkt bisher.

Was braucht es denn viel mehr, als zwei verwandte Seelen,
Begehren, das Gespräch, Behut- und Achtsamkeit?
Wieso scheint, wenn schon alles da ist, was zu fehlen?
Wird man zu anspruchsvoll und schwierig mit der Zeit?

Ich wünschte, jemand gäbe Antwort auf die Fragen,
ich quäle mich, und während kostbar Zeit verrinnt,
bedaure ich mein Schicksal, hör nicht auf zu klagen,
statt drum zu kämpfen, dass wir wieder glücklich sind.

Ein Anruf nur, ein Wort, ein Zeichen von Vertrauen,
der feste Glaube, durch die Liebe wird es gut,
doch meine fremde Hand kann immer nur zerhauen,
zum Bauen fehlt es ihr an Kraft und mir an Mut.

Verflixt, verflucht, ich kann es immer noch nicht fassen.
Blockiert durch eine Art von lächerlichem Stolz,
kann ich den sturen Groll in mir nicht fallen lassen,
sitz hier gelähmt, wie ein geschnitzter Troll aus Holz.

Was bringt es, wenn ich weiter zaudere und zage,
ich bin nicht Maulwurf oder Maus, ich bin ein Mann!
Mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage:
„Ich liebe dich. Es tut mir Leid.“ Ich ruf jetzt an!

Was?

Was wäre ich wohl ohne dich?
Ein Nichts in fader Hülle,
ein sinnentleertes Über-Ich
und Dasein ohne Fülle.

Und fragst Du, was bist Du für mich?
Mein Herz der Transzendenzen,
mein feenhaftes Eigentlich
im Meer der Existenzen.

Was wir je für den anderen sind?
Der Atem in der Kehle,
das Licht im Lebenslabyrinth,
ein Spiegelbild der Seele.

Dich, nur dich, mein Schatz

Seit ich dich kenne lach ich wie auf Drogen,
mir tief im Brustkorb tobt ein wilder Takt,
in einen sahnig süßen Sog gezogen,
hat mich der Wahn am Kragensaum gepackt.

An meinem Himmel jauchzt ein Chor von Geigen,
ein Starkstromkabel zuckt in meiner Brust,
Hormone tanzen lüstern einen Reigen,
ich seufze oft – und meistens unbewusst.

Im Großhirn ein Bewuchs von Gladiolen,
versüßt mir Lust auf dich den langen Tag.
Ich springe wie ein frisch geschlüpftes Fohlen,
weil ich vor Freude nicht mehr sitzen mag.

Lang vor dem Abend denk ich an die Nächte,
in meinem Beinkleid mangelt es an Platz.
Mich zwingen wilde und geheime Mächte
Dich stets zu küssen, Dich, nur dich, mein Schatz!

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